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Erneut Militaerrevolte in Guinea

Nach einigen Monaten relativer Ruhe gibt es erneut Unruhen in Guinea. Dieses Mal sind es Soldaten, die aufgrund ausstehender Soldzahlungen seit Tagen das Land terrorisieren.
Guinea kommt auch nach den Streiks und Ausschreitungen vom Dezember/Januar nicht zur Ruhe. Offenbar aufgrund steigender Lebensmittel und Treibstoffpreise sowie ausstehender Soldzahlungen terrorisiert seit Tagen eine wildgewordene Soldateska die Hauptstadt Conakry sowie mehrere Staedte im Landesinnern.
Bereits seit der Nach Nacht von Montag auf Dienstag wird in den Kasernen teilweise massiv mit automatischen Waffen in die Luft und anscheinend teilweise auch auf umgebende Wohnhaeuser geschossen. Eines der Zentren der Revolte ist das Armeelager Camp Alpha Yaya in Conakry, welches in unmittelbarer Naehe zum einzigen internationalen Flughafen und mitten in einem Wohngebiet liegt. Auch der militaerische Teil des Flughafens wird von revoltierenden Soldaten kontrolliert, wobei zeitweise sogar der General Sampil von ihnen als Geisel genommen wurde.
Nachdem sich die Revolte in den ersten Tagen Schuesse in die Luft beschraenkte, haeufen sich seit gestern Uebergriffe auf die Zivilbevoelkerung, so wurden bereits mindestens drei Menschen durch Schuesse getoetet und viele andere, darunter auch Kinder verletzt. Auch werden immer mehr Geschaefte und Tankstellen gepluendert, wobei teilweise mit erheblicher Gewalt gegen die Besitzer und Angestellten vorgegangen wird.
Ausloeser der Gewalt waren ausstehende "Sonderzahlungen" von ca. 1200 Euro pro Soldat, eine Summe, welche in einem Land, in dem viele Familien mit 50 Euro im Monat auskommen muessen geradezu ein Schlag ins Gesicht fuer den Rest der Bevoelkerung ist. Dazu kommt, dass die Soldaten bisher z.B. einen Sack Reis fuer 18.000 Francs kaufen konnten, im Gegensatz zum Rest der Bevoelkerung, welcher 220.000 Francs oder mehr zahlen muss.
Jetzt raecht sich die Politik der vergangenen Jahre, wo teilweise Kriminelle, oder ganze Clans von unausgebildeten und unmotivierten Typen sich in die Armee einkaufen konnten. Sei es durch Geld oder Beziehungen. Die Armee, die nach 2001 die RUF Rebellen aus Guinea verjagt hat und schliesslich auch massgeblich zu deren Zerschlagung in Sierra Leone begetragen hat, verspielt ihr Ansehen bei der Bevoelkerung indem sich immer wieder massiv gegen die eigene Bevoelkerung gewendet wird bzw. gegen auslaendische Firmeninhaber wie z.B. Libanesen (1996).

Seit gestern Abend wurde eine Ausgangssperre verhaengt, welche jedoch von den Soldaten nicht respektiert wird, so gab es auch waehrend der Nacht weitere Pluenderungen.

Aktuell sind viele Schulen in der Umgebung der Armeelager geschlossen, ebenso viele Geschaefte und der internationale Flughafen.

Da auch die Absetzung des Verteidigungsministers sowie Zusagen der Regierung an die Soldaten die Lage nicht beruhigen konnten, stellt sich die Frage, ob der Diktator Conte auch dieses Mal so glimpflich davonkommt wie 1996. Damals hatten ihn Soldaten nach einem mehrstuendigen Gefecht in seinem Palast gefangengenommen und ihn nach Stunden gegen Zusagen von Straffreiheit und Sonderzahlungen wieder laufen gelassen. Viele der damals revoltierenden Soldaten sind kurz danach festgenommen worden und einige sitzen anscheinend immer noch in Haft.

Da Guinea als Land mit den weltgroessten Bauxit (Aluminiumerz) Reserven sowie mit gigantischen Eisenerz, Gold und Diamantenreserven, mit Erdoelvorkommen vor der Kueste sowie einer Vielzahl weiterer Mineralienvorkommen nicht nur bei den Chinesen sondern auch bei Frankreich sowie den USA, Canada und Russland im Zentrum des Interesses steht, wird sich zeigen, wer die gegenwaertige Krise fuer seine Interessen nutzen wird.
Fakt ist, dass die Regierung dringend Geld braucht um die Soldaten zu bezahlen, dieses Geld aber wohl nur gegen entsprechende Konzessionen "geliehen" wird. Die Chinesen haben in dieser Beziehung sehr gute Beziehungen zu General Conte, haben sie sich doch bereits gegen Zusage eines Megadamms die Abbaurechte fuer Millionen Tonnen Bauxit gesichert.
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