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Manuel Antonio Prospeiro während Abschiebungsversuch misshandelt

P R E S S E M I T T E I L U N G - 27.04.2006 (zum download)
PRO-AFRIKA e.V.
Kantstr. 77, 10627 Berlin, Tel. 030- 890 66 520, FAX 030- 890 66 555
Email: mail at pro-afrika.de

Am Mittwoch Abend gegen 22:00 Uhr kamen die wachhabenden Beamten zu Manuel Antonio Prospeiro in seine Zelle. Ohne Ankündigung, ohne Vorwarnung packten sie seine Sachen, nahmen ihn in Handschellen und sagten: "Manuel, die schöne Zeit in Deutschland ist vorbei". Dann brachten Sie ihn zum Flughafen Schönefeld. Weder sein Anwalt noch eine andere Stelle wurden vorab von dem bevorstehenden Abschiebetermin informiert.

Tagsüber hatten ihn 2 Ärzte untersucht und machten ihm Hoffnung, dass er eine Therapie ab Montag bekommen könnte. Die Taktik der Ärzte schien zu sein, ihn in Sicherheit zu wiegen, sein Vertrauen zu gewinnen, um bessere Untersuchungsergebnisse zu bekommen.

Vom Flughafen rief Herr Manuel mit seinem Handy seine Ehefrau, Paulina Neto, an, die wiederum uns, die PRO-AFRIKA Vereinsmitglieder Irène Kissasse und Roland Prejawa, informierte. Kurze Zeit später, 23:50 Uhr, rief er Irène Kissasse selbst an und sagte zu ihr: "Sie schieben mich ab, in 20 Minuten geht mein Flugzeug los, Ich fliege mit Aeroflot". Dann wurde die Verbindung unterbrochen. Wir machten uns sofort auf den Weg zum Flughafen und riefen Manuel zurück. Der schrie ins Telefon: "Die reißen mir das Handy weg, Ich kann nicht mehr reden, meine Füße sind schon gefesselt, ich kann mich nicht mehr bewegen, die tragen mich hier weg wie ein Hund, wie ein Tier, ich bin kein Mensch mehr, die wollen mir meinen Mund zukleben, kommt schnell, kommt schnell, helft mir.."(Sprache Lingala) dann wurde die Verbindung wieder unterbrochen.
Über die Auskunft des Flughafens erfuhren wir, dass die einzige Maschine von Aeroflot um 01:00 Uhr nach Moskau startet.

Am Flughafen angekommen sind wir sofort zum Check In Bereich gegangen und haben die letzten eincheckenden Passagiere darüber informiert, dass sich in diesem Flugzeug ein Mensch befindet, der abgeschoben werden soll. Zwischenzeitlich traf seine Frau ein. Das Handy von Manuel war ausgeschaltet. Der Versuch über die Flughafenpolizei mit ihm zu sprechen und dass seine Frau sich von ihm verabschieden kann schlug fehl.
Wir konnten in dieser Situation nichts mehr machen.

Seine Ehefrau rief Irène Kissasse gegen 03:30 Uhr an und sagte fassungslos: " Manuel ist in Köpenick. Du sollst dich bei ihm melden".
Wir riefen ihn sofort an und hörten schmerzverzerrten, schweren Atem. Manuel war nicht ansprechbar zu sein. Ca. 15 Minuten später rief er zurück, klagte über Schmerzen, die ihm zugefügt worden sind. "Die haben mich geschlagen, die haben mich getreten, mein Rücken schmerzt, ich kann mich nicht hinlegen" Auf die Frage hin, ob er medizinische Versorgung bekommt, erwiderte er, dass er die Amtsärztin hinausgejagt hat, er will sie nicht sehen und sie soll ihn nicht anfassen. Er bat uns mit einem Arzt vorbei zu kommen.

Am Donnerstag Vormittag, 27.04, haben wir ihn mit dem Vereinsarzt Robert Buchholz und weiteren Mitgliedern im Abschiebegefängnis besucht.
Er wirkte gebrochen und verängstigt. Seine Stimme war kaum hörbar.
Er schilderte uns die letzte Nacht aus seiner Sicht.
Im Flugzeug war er an den Beinen und Armen gefesselt. Brust und Becken waren mit Gürteln am Sitz festgeschnallt. Als das Flugzeug anrollte fing er an sich lautstark bemerkbar zu machen. Ihm wurde ein Tuch in den Mund gesteckt. Ein Beamter hielt ihm die Augen zu. Er konnte mit der Zunge das Tuch ausspucken und schrie so laut, dass alle Passagiere auf ihn aufmerksam wurden.
Der Kapitän wurde gerufen. Er weigerte sich Ihn unter diesen Umständen mitzunehmen.
Herr Manuel wurde aus dem Flugzeug in den Gewahrsamsraum vom Flughafen gebracht. Dort wartete er auf die Beamten die ihn zurück in die Abschiebegewahrsam Köpenick bringen sollten. Herr Manuel berichtete, dass die selben Beamten, die ihn zum Flughafen gebracht hatten auch wieder abholten. Doch diesmal gingen sie mit ungerechtfertigter Brutalität vor. Er wurde gepackt und mit einem "Spezialgriff" wurden die Arme hinten verschränkt und er wurde auf eine Bank geschleudert. Dabei schlug sein Gesicht gegen die Bank. Er soll Tritte und Faustschläge in den Rücken erhalten haben. Auf dem Rücktransport im Auto lag er gefesselt auf dem Boden und er berichtet, dass er die ganze Zeit malträtiert wurde.

Nachdem wir mit ihm gesprochen hatten wurde er augenscheinlich vom Vereinsarzt Robert Buchholz untersucht.

Der Verein PRO-AFRIKA e.V. startet am Freitag, 28.04 um 16:00 Uhr vor dem Abschiebegewahrsam Köpenick, Grünauer Str. 140 mit einer Mahnwache, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen.

Pressemitteilung Anwaltskanzlei Bümlein und Ärztlicher Bericht von Robert Buchholz.

Pressemitteilung vom 25.4.2006 Manuel Antonio Prospeiro darf nicht abgeschoben werden!

Kontakt: Irène Kissasse 0172 393 23 03, Roland Prejawa, 0172 393 23 15

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