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Umzug der Familien vom Möhlau nach Wittenberg/Vockerode und die ungerechte Behandlung der Alleinreisenden im LK Wittenberg

Flüchtlingsinitiative Möhlau/Wittenberg
no lager halle

Möhlau, Halle, den 08.05.2012

Am 03. Mai 2012 besichtigte die Flüchtlingsinitiative Möhlau/Wittenberg und no lager halle Vockerode, den zukünftigen Wohnort einiger Familien, die bisher im Lager Möhlau untergebracht waren.

Die Ortschaft ist mit 1.600 EinwohnerInnen sehr dörflich geprägt und liegt zudem am äußeren Rand des Landkreises Wittenberg (Entfernung zur Stadt Wittenberg ca. 30 km). Es werden daher einige infrastrukturelle Probleme weiterhin für die Flüchtlingsfamilien bestehen bleiben. Es gibt in Vockerode zwar einen Kindergarten, jedoch keine Schulen. Trotz der räumlichen Nähe zur Stadt Dessau (Entfernung ca. 10 km) werden die Kinder nicht in dort zur Schule gehen können, da Dessau ein anderer Verwaltungsbezirk ist. Auch Jugendliche, die derzeit die Berufsschule in Wittenberg besuchen, werden wohl weiterhin dorthin fahren müssen. Auch bleibt noch offen, ob die Familien weiterhin für sämtliche Behördengänge in das 20 km entfernte Gräfenhainichen fahren müssen. Und wo und in welchem Umfang sie die ihnen zustehende soziale Beratung wahrnehmen können. Da Vockerode über keine regelmäßigen Busanbindungen in die genannten Gemeinden verfügt, bleibt es den Flüchtlingen, die in der Regel kein eigenes Auto besitzen, selbst überlassen, wie sie Fahrten zu Behördenterminen, Ärzten oder Erledigungen organisieren.

Trotz dessen wird die neue Wohnsituation in Vockerode von den Familien als eine Verbesserung wahrgenommen: Die Wohnungen sind in einem deutlich besseren Zustand als in Möhlau. Sie befinden sich in im Ortskern des Dorfes und sind Bestandteil eines dreigliedrigen Wohnblockkomplexes, der theoretisch aufgrund großen Leerstands auch ausreichend Wohnraum auch für die allein reisende Flüchtlinge bieten würde. Vor den Blöcken befinden sich ein kleiner Friseurladen und eine Sparkasse. Die Familien werden Teil einer größeren, gemischten Nachbarschaft sein, in der es hoffentlich viele Begegnungsmöglichkeiten geben wird.
Die völlige Isolation, wie sie weiterhin für die zurückgelassenen Alleinreisenden in Möhlau existiert, ist somit für die Familien scheinbar durchbrochen. Doch für die verbleibenden Flüchtlinge in Möhlau wird sich durch den Auszug der Familien das soziale Umfeld weiter verschlechtern.

Wir beobachten, wir die Behörden die Flüchtlinge behandeln werden in LK Wittenberg und es ist nicht ausgeschlossen in der Zukunft eine öffentliche Begehung zu organisieren in Möhlau.

Wir fordern die dezentrale Unterbringung ausnahmslos für alle Flüchtlinge!

Schluss mit der selektierenden Behandlung von Alleinreisenden und Familien!

http://refugeeinitiativewittenberg.blogspot.com/2012/05/umzug-der-famili...

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