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"Ihre Erfahrungen in Leben und Tod sind Teil unseres Erbes"

Das Karawane Festival 2010 in Jena richtet sich gegen (neo-) koloniale Ausbeutung und Unterdrückung, die an den Grenzen der Festung Europa sichtbar wird. Dort sterben jedes Jahr tausende Menschen aufgrund der Umsetzung einer rassistischen Politik. Mit den Festival wird an diese Toten erinnert und der Kampf der Flüchtlinge und Migrant_innen einmal mehr auf die Straße getragen. [:: Bildergalerie]

Zu drei Tagen des Widerstandes vom 4. bis 6. Juni 2010 in Jena haben die 'Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migrant_innen' und 'The Voice Refugee Forum' aufgerufen, unter dem Motto: "Vereint gegen koloniales Unrecht, in Erinnerung an die Toten der Festung Europa".

Das 'Festival' ist eine Ausdrucksform des politischen Kampfes, um "die zentralen Elemente neokolonialer Ausbeutung und die damit verbundenen Folgen in kreativer und sehr bestimmter Form in die Öffentlichkeit zu tragen".

Die Open Air Verantsaltungen finden an mehreren Orten der Jenaer Innenstadt statt. Es gibt zahlreiche Workshops und Diskussionsveranstaltungen, bei denen Flüchtlinge und Migrant_innen über ihe Lebenssituation in Europa und die Situation in ihren Herkunftsländern berichten. Seit die Karawane zum ersten mal im Jahr 1998 durch Deutschland zog, wird die Botschaft "Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört" in die Öffentlichkeit getragen. Damit wird gegen die fortgestezte Ausbeutung in vieler Länder protestiert, von der vor allem Menschen in den reichen Ländern profitieren, die ihre Privilegien mit rassistischer Gewalt verteidigen. Kontrollen finden nicht nur bei der Einreise an den Grenzen statt, sondern überall und beeinträchtigen die Lebensqualität vieler Menschen massiv. Vor allem Flüchtlinge in Deutschland, die während ihres Asylverfahrens in Lagern leben müssen, sind durch die Resisdenzpflicht massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Isolation, die sie durch die Unterbringung in meist weit abgelegenen Quartieren erleben, zu durchbrechen, ist ein weiteres Ziel des Karawane-Festivals: Also sich zu treffen, sich auszutauschen und die lokalen Kämpfe zu vernetzen.

Die Stimmen jener Menschen, die sonst meist keinen Raum haben, in dem ihnen zugehört wird, bekommen in Jena eine Bühne, um ihre alltäglichen Probleme mitzuteilen. Es gilt, das Schweigen zu brechen: "Wir sind hier, wir werden kämpfen! Bewegungsfreiheit ist eines jeden Menschen Recht."

Neben den Diskussionen und Workshops gab es mehrere kleinere Aktionen und zwei große Umzüge durch die Jenaer Innenstadt. Am Freitag, dem Eröffnungstag, beteiligten sich 400 Menschen an einer Demonstration zur Erinnerung an die Toten der Festung Europa. Es war eine Art "Prozession", angeführt von einem Sarg, hinter dem die Namen von Toten der Festung Europa auf Listen durch die Straßen getragen wurden. Zwei Boote wurden von Menschen mit weißen Masken getragen, als Symbol für die vielen namenlosen Toten, die bei der Überfahrt über das Mittelmeer oder vor den Küsten Westafrikas ihr Leben verloren.

Nach einer Runde durch die Stadt ging es zurück zum Johannistor, wo das Mahnmal eröffnet wurde. An dem aus Kanistern gefertigten Tor, wurden die Namenslisten befestigt und in einem feierlichen Akt die Grenze symbolisch zerrissen, danach zogen alle begleitet von Trommelklängen durch das Tor auf den Platz, wo dann das Programm weiterging.

Am Samstag fand eine Maskenparade statt. Masken sind Teil eines afrikanischen Rituals, mit dem Menschen in Nigeria ihrer Toten gedenken. In Verbindung mit einer Demonstration, zogen an die 600 Leute durch die Stadt und erregten sehr viel Aufmerksamkeit bei den Passant_innen. Es war ein energiereicher Demonstrationszug, der sowohl Teilnehmer_innen als auch den zahlreichen Beobachter_innen am Rande des Weges sichtlich Freude bereitete; es war ein Gedenken, das verbunden ist mit Feiern und eine Zelebration des Widerstandes.

Diese wird noch bis Sonntag gemeinsam in Jena fortgesetzt, doch ist sicher, dass die alltäglichen Kämpfe gegen Abschiebungen, Ausgrenzung und Unterdrückung überall fortgesetzt werden.

Das Festival-Programm und umfangreiche Informationen über den Widerstand der Flüchtlinge und Migrant_innen in Deutschland sind zu finden auf folgenden Seiten:
http://karawane-festival.org
http://thevoiceforum.org
http://thecaravan.org

Artikel übernommen von: http://no-racism.net/article/3396

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Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

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