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Abschiebungsstopp für John Adana

Protestfax zum Download:
http://thecaravan.org/files/caravan/AbschiebungsstoppJohnAdana.pdf

an:
Landratsamt Gotha - Ausländerbehörde
18.-März-Straße 50
99867 Gotha
Fax: 03621 214 590
Landrat Konrad Gießmann
Fax: 03621 214 283

Abschiebungsstopp für John Adana

Sehr geehrte Frau Seide, sehr geehrter Herr Landrat Gießmann,
am 08.01.2010 wurde Herrn John Adana die Aufenthaltserlaubnis entzogen und für den 27.01. die Abschiebung angesetzt.

In zwei Monaten sind es 10 Jahre, die sich Herr Adana in Deutschland aufhält. Er hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag und lebte bis jetzt von seiner Arbeit, ihm war es gelungen, trotz erheblicher Schwierigkeiten, denen er als Asylbewerber in Deutschland naturgemäß ausgesetzt war, sich trotzdem vorbildlich zu integrieren. Auch als er voriges Jahr seine Arbeit krisenbedingt verlor, gelang es ihm in kürzester Zeit, eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Er hat in Deutschland seit vielen Jahren seinen Lebensmittelpunkt und viele Freunde. Es ist nicht mit der Achtung der Menschenwürde zu vereinbaren und auch aus keinem vernünftigen Grund nachzuvollziehen, weshalb er jetzt abgeschoben werden soll.

Hinzu kommt, dass Herr Adana in seiner Heimat Sierra Leone Soldat in der Armee der Regierung seines Landes war und nachdem er im Kampf verletzt worden war, desertierte. Dieser Krieg wurde, wie bekannt ist, auf besonders grausame Art geführt, mit Kindersoldaten, mit dem Abhacken von Gliedmaßen bei Zivilpersonen und der Ermordung ganzer Dörfer. Im Jahr bevor Herr Adana nach Deutschland floh, wurde der Anführer der RUF-Rebellen Sankoh, welcher diese Kriegsverbrechen der Verstümmelung eingeführt hatte und diejenigen aus der RUF eliminiert hatte, die gegen diese Methoden protestiert hatten, für kurze Zeit Vizepräsident in der Regierung von Sierra Leone.

Als Deserteur aus der Regierungsarmee erwarten Herrn Adana in Sierra Leone schwere Strafen. Er wird bei seiner Ankunft umgehend inhaftiert werden und befürchtet, gefoltert zu werden. Im Sinne der UN-Deklaration der Menschenrechte und nach dem Völkerrecht ist Herrn Adana Asyl zu gewähren und ich finde es menschenverachtend, dass ihm dies in Deutschland verweigert wurde.

Abgesehen davon, dass es völlig unbegründet wäre, für Herrn Adana in Sierra Leone ein rechtsstaatliches Strafverfahren zu erwarten, steht es völlig im Widerspruch zu unseren Grundwerten, jemandem der sich der Mitwirkung an einem Krieg, welcher auf derartige bestialische Weise geführt wurde durch Flucht entzogen hat, Schutz zu verweigern. Selbst in der DDR war es möglich, den Dienst mit der Waffe zu verweigern und wir betrachten die Freiheit, dies zu tun, als ein hohes Gut.

Wir bitten Sie dringend, sofort alles zu unternehmen, damit eine solche mit unseren Grundwerten in keiner Weise zu vereinbarende Abschiebung gestoppt wird und dafür zu sorgen, dass Herr Adana seine Aufenthaltserlaubnis umgehend zurück erhält.

Mit freundlichen Grüßen
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Datum, Unterschrift

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