You are here

Veranstaltung zum Nobordercamp in Griechenland und zu Migration an den EU-Außengrenzen

Friday, November 13, 2009 - 18:00 to 20:00

Fr. 13.November, 19.00 im AZ Wuppertal, Markomannenstr.3 (W-Elberfeld)

Ende August fand auf Lesbos in Griechenland ein Nobordercamp statt, an dem sich mehrere hundert Menschen aus allen Teilen Europas und auch Flüchtlinge aus Asien und Afrika beteiligten. Die Insel Lesbos im Ägäischen Meer liegt nur wenige Kilometer entfernt von der türkischen Küste. So sind Lesbos und andere griechische Inseln seit geraumer Zeit zu Knotenpunkte einer stillen, aber dramatischen transnationalen sozialen Bewegung geworden: der Bewegung der illegalisierten MigrantInnen in das vermeintliche Paradies Europa.

Aber Europa macht dicht. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex macht Jagd auf Flüchtlinge und drängt ihre Boote ab – vor Lesbos und anderswo. Zig-tausende haben bereits im Mittelmeer und auf dem Weg ihr Leben gelassen.

Für die CampaktivistInnen war die Konfrontation mit dem Grenzregime unmittelbar, weil die neu ankommenden oder freigelassenen Flüchtlinge auch den Campalltag mitprägten und gestalteten. Ein Welcome-Center wurde in des Stadt Mytilini errichtet, direkte Solidarität geübt, Frontex wurde angegriffen und nicht zuletzt wurden die untragbaren Zustände im Flüchtlingsknast Pagani dokumentiert und öffentlich gemacht.

Wir wollen bei der Veranstaltung die Erfahrungen von zwei Referenten teilen, die an dem Camp teilgenommen haben: einer als Journalist und einer als Teilnehmer.

"Am dankbarsten bin ich darüber gelernt zu haben, dass es mehr als nur eine Reise gibt. Als ich Somalia verließ, ging ich los, um einen sicheren und besseren Ort zum Leben zu finden und weil ich meine Familie unterstützen wollte. Ich kann nun klarer sehen, wie Europa im Augenblick ist und dass es nicht der sichere Ort ist, den ich zu erreichen hoffte. Wir werden in grauenhafte Gefängnisse geworfen und Europa sendet seine Truppen, um uns auf dem Meer zu bekämpfen. Ich habe nie so viel gelernt in solch kurzer Zeit. Es war ein harter Lernprozess, aber ich lernte noch mehr. Ich habe meine zweite Reise hier begonnen. Denn wir begannen all die anderen zu sehen, die in denselben kleinen Booten sitzen und ums Überleben und Weiterkommen kämpfen. In den letzten Tagen mit Euch gemeinsam hier in diesem Zelt in Mytilini habe ich erahnen können, wie es sein könnte, wenn wir alle gemeinsam auf die Reise gingen. Vielleicht an einen anderen Ort, der in der Zukunft existieren wird." (eine junge somalische Frau im Welcome-Center von Mytilini, Lesbos, nach transact!, Okt.2009).

Fr. 13.November, 19.00 im AZ Wuppertal, Markomannenstr.3 (W-Elberfeld)

Kontakt:

KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
c/o AZ Wuppertal, Markomannenstr. 3, 42105 Wuppertal
Telefon: 0160 27 42 42 4
E-Mail: wuppkarawane {ät] yahoo.de
Internet: http://thecaravan.org

Local group: