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SKANDAL: Innenminister Schönbohm setzt sich über die Empfehlung der Härtfallkommission hinweg
Die wegen der breiten Beteiligung sehr Erfolgreiche Demo für Awa Marie und ihre Kinder hatte einiges an Presseecho zur Folge. Das wiederum bewirkte, dass die Härtefallkommission den Fall positiv beschied und die Abschiebung vorerst ausgesetzt ist. Das Innenministerium hat allerdings das letzte Wort...
Am 4. April 2007 sollen Awa Marie Ndemu und ihre vier Kinder aus Rathenow (Brandenburg) nach Kamerun abgeschoben werden. Diese Abschiebung charakterisiert eindrücklich das rassistische System Deutschlands, in dem AsylbwerberInnen und anderen MigrantInnen nicht gewollt sind. Awa Marie kam am 17. September 2001 nach Deutschland, nachdem sie aus Kamerun geflohen war, wo ihr Leben in Gefahr war. Obwohl sie sich immer noch in der gleichen Gefahr wie damals, als sie aus Kamerun floh, befindet, haben die Rathenower Behörden beschlossen, ihre Abschiebemaschinerie in Bewegung zu setzen. Dabei berücksichtigen sie nicht, was mit ihr passieren wird, wenn sie wieder in ihrem Herkunftsland ist.
Die Kinder von Awa Marie haben einen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, den deutschen Bundespräsidenten, Horst Köhler, den Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck, den Innenminister von Brandenburg, Jörg Schönbohm, den Landrat von Rathenow, Burkhard Schröder, und an den Bürgermeister von Rathenow, Ronald Seeger, geschrieben. In diesem Appell bitten die Kinder die erwähnten PolitikerInnen, ihre Möglichkeiten und ihre Macht zu nutzen, um ihre Abschiebung zu stoppen.
Zwei der Kinder gehen in die 9. Klasse, eins in die sechste und das jüngste Kind, das in Deutschland geboren wurde, besucht den Kindergarten. Wenn diese Kinder abgeschoben werden, werden sie von ihrem Vater getrennt werden, der eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland hat. Die Kinder fordern, nicht von ihrem Vater getrennt zu werden, da diese Trennung weitere psychische Leiden verursachen würde. Die Trennung von einem Elternteil stellt eine Missachtung der Konventionen der Kinderrechte dar. Die Rolle beider Eltern ist für die Entwicklung und das Weiterkommen aller Kinder sehr wichtig. Dieses Recht muss auch für Kinder von AsylbewerberInnen und von anderen MigrantInnen gelten.
Die Flüchtlingsinitiative Brandenburg ruft die Rathenower Behörden auf, die Abschiebung von Awe Marie und ihren Kindern zu stoppen. Wir laden alle Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen ein, sich am 15. März um 16 Uhr am Rathenower Bahnhof uns anzuschließen, um gegen die Abschiebung dieser Familie zu demonstrieren.
Abschiebungen stellen einen Missbrauch der Menschenrechte dar!
Abschiebungen sind rassistisch und müssen abgeschafft werden!
Stoppt die Abschiebung von Awa Marie und ihren Kindern!!
UnterstützerInnen:
Initiative gegen Abschiebanhörung (One for the Road), Fels, Flüchtlingsrat Brandenburg, Initiative gegen-abschiebhaft, FFM, Nolager Network,
Samba Band, Kein Mensch ist Illegal, Arab, Antifa Moabit, Initiative gegen chipkarte, Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg, Anticolonial africa conference