Hülya (19), Newroz (18) und Firat (17) dürfen nicht am Gesprächstermin mit der Innenministerkonferenz und der JoG-Konferenz teilnehmen
Nicht genug, dass die Geschwister Duman in Deutschland nur geduldet sind und seit sechs Jahren mit der Angst vor der Abschiebung leben müssen. Nicht genug, dass ihre zwei Brüder brutal Abgeschoben wurden, ein Rollkomando um vier Uhr in der früh in ihre Wohnung eindrang und selbst den Frauen die Bettdecken wegzog. Nicht genug, dass ihr Vater nach einer Militärkontrolle verschwunden ist. Die zentrale Ausländerbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt verweigerte Hülya, Newroz und Firat die schlichte Teilnahme an der Jugendliche Ohne Grenzen Konferenz in Potsdam. Beraubte sie so der Chance, dass die Öffentlichkeit ihre Geschichte hört, sie Gleichgesinnte treffen und für ein paar Tage Solidarität statt Angst erfahren.
"Der Antrag zum vorübergehenden Verlassen der räumlichen Beschränkung der Duldung wird abgelehnt." heißt es lapidar in dem Schreiben der Ausländerbehörde. Die Jugendlichen Ohne Grenzen verurteilen aufs Schärfste die Ablehnung der Aufhebung der Residenzpflicht um an ihrer bundesweiten Zusammenkunft von jungen Flüchtlingen teilzuhaben.
Die gesellschaftliche Teilhabe und die politische Partizipation von Jugendlichen scheint nicht gewünscht zu sein, wenn diese den falschen Pass haben. Während sich die Innenminister als Verteidiger der Demokratie präsentieren, haben sie Gesetze geschaffen, die eine demokratische Partizipation von Flüchtlingen verhindert.
Die Jugendliche Ohne Grenzen – Konferenz, auf der sich junge Flüchtlinge für ein generelles Bleiberecht einsetzen, findet vom 19. bis 23. November 2008, parallel zur Innenministerkonferenz statt. Anlässlich des Tags der Kinderrechte am 20. November demonstrieren sie für ein Bleiberecht und Legalisierung sowie die Abschaffung der Residenzpflicht.
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