Internationale Kampagne des Kampfes gegen die Diktatur in Togo und in Afrika
Die Verletzung des Asyl- und Einwanderungsrechts so wie das System und die Praxis der Deportationen, die von den europäischen Ländern durchgeführt werden, stehen den Regeln der Demokratie entgegen. Dieses System der rassistischen Deportationen sind gleichzeitig Unterstützung und Ermutigung für die Diktatoren Afrikas und des Rests der Welt.
Wir, Kämpferinnen und Kämpfer gegen die Systeme der Diktatur in Afrika, den Neokolonialismus und den Imperialismus, sagen, dass die allgemeine Erklärung der Menschenrechte keine Illusion bleiben darf.
Wir sind hier, weil wir Opfer von Sklaverei und Sklavenhandel waren. Wir sind hier, weil ihr uns kolonisiert habt. Wir sind hier, weil ihr dazu beigetragen habt, die Unabhängigkeit, die Afrika nach langen Jahren des erbitterten Kampfes gegen die Kolonialmächte erreicht hat, wieder infrage zu stellen.
Wir sind hier, weil der Kolonialismus und der Imperialismus unseren afrikanischen Kontinent zerstören. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte darf keine Illusion bleiben, wir müssen gemeinsam für den Respekt der menschlichen Würde kämpfen.
In diesem Sinne fordern wir den unmittelbaren Stopp aller Arten von Kriegsgeschäften wie der Kriegshilfe für und des Waffenhandels mit Sierra Leone, Angola und Burundi, Ruanda, dem Kongo, der Elfenbeinküste, etc. Wir fordern: Keine Unterstützung mehr für die blutigen Diktaturen wie in Togo, Kamerun und anderen Ländern.
Derzeit exportieren die Länder, die an der Berliner Konferenz von 1884 teilgenommen haben, jedes Jahr Militärausrüstungen für mehr als 3 Milliarden Dollar nach Afrika. Es ist eine weitverbreitete Annahme, dass die Kriege von den afrikanischen Regierungen oder von Rebellengruppen geführt werden. Aber die europäischen Länder sind direkt involviert und ziehen Profit daraus. Die Kriege in Angola, im Kongo, in Sierra Leone, in der Elfenbeinküste so wie die Diktaturen im Kamerun und in Togo, stellen nur einige Beispiele dar. Millionen von Menschen werden vertrieben, viele werden verletzt, verstümmelt, getötet. All das passiert wegen der Bodenschätze, wie Diamanten, Gold, Erdöl, etc., die die europäischen Unternehmen brauchen. Sie holen sie zum Teil mit Hilfe von bezahlten und bewaffneten Banden unter den Bedingungen von Sklaverei aus dem Boden holen.
Wir sind hier, weil ihr - mit dem Ziel, den Prozess der Demokratisierung in Afrika zu verhindern - mit den diktatorischen Regimes in Afrika kollaboriert.
Wir sind hier im Namen des Artikels 3 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der besagt: "Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person."
Wir fordern von allen Unterzeichnern der Berliner Konferenz, die politische Verantwortung für die Konsequenzen ihrer kolonialen und neokolonialen Politik zu übernehmen. Wir fordern, die öffentliche Anerkennung ihrer Verpflichtung zur Entschädigung durch einen freien Eintritt nach Europa und die Legalisierung aller Afrikaner. Der Transfer von Wohlstand in die europäischen Länder durch die Sklaverei, Zwangsarbeit und die Ausbeutung der Ressourcen sind schwer zu ermessen. Mit der kolonialen Ausbeutung erlangte Europa seinen Reichtum und setzt die Ausbeutung unseres Kontinents bis heute fort. In der Konsequenz gehören die Reichtümer in gewisser Weise den Afrikanern. Deshalb ist es selbstverständlich, dass die Afrikaner das Recht auf einen freien und ungestörten Aufenthalt hier haben. Der erste Schritt in diesem Sinne ist die Legalisierung aller Afrikaner, die bereits in Europa leben.
Rede Togoischer Aktivisten auf der Demonstration in Hamburg am 10.12.2005 anläßlich des Internationalen Tags der Menschenrechte