werter herr minhel...
als aktivist des voice refugee forum germany (jena) und unterstützer der initiative in gedenken an oury jalloh hätte ich im zusammenhang mit ihren einlassungen in ihrem interview am 7.1.2013 gerne hinterfragt, wie lange sie es menschen - und insbesondere der familie des opfers - in einem rechtsstaat wie deutschland noch zumuten wollen, "warten zu müssen", bis endlich eine aufklärung stattfinden kann, die diesen namen auch wirklich verdient hat?
(http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=T3xv5gTkVFM#t=…)
und was haben denn bitte die vertreter von polizei, staatsanwaltschaft und stadt - mit denen sie so einträchtig das licht entzünden wollten - bisher zu einer solchen aufklärung beigetragen?
soweit ich den letzten prozess in magdeburg beobachtet habe, hat dort erneut das genaue gegenteil stattgefunden (wie schon am "hohen" gericht der von ihnen so emotional verteidigten stadt)...mehr noch: das beweismittel feuerzeug hat sich als eindeutig manipuliertes beweismittel herausgestellt und anderweitige reste eines feuerzeuges, mit dem sich oury jalloh hätte selbst anzünden können sind schlichtweg nicht vorhanden!
wie also soll sich der mann, für den sie ein licht (des wartens?)
entzünden wollten - ohne dass es mord gewesen sein darf - denn bitteschön selbst angezündet haben...und falls das bei ihnen im selbstverständnis auch nicht funktionieren kann, wie würden sie einen solchen tod denn dann bitte bezeichnen wollen - ohne ihren gesunden menschenvestand gehorsamst selbst zu geißeln?
ich kann mich des eindruckes nicht erwehren, dass ihnen in erster linie am guten verhältnis zu den behörden der stadt dessau und deren interessenvertretungen, statt an den selbst gesteckten "hauptzielen" ihres vereins wie "die interkulturelle Verständigung zu fördern, die Öffentlichkeit für antirassistische Themen zu sensibilisieren und sich für Menschenrechte einzusetzen" gelegen ist.
wie wollen sie denn verständigung erreichen, antirassistische themen vertreten und im sinne der menschenrechte wirken, wenn sie sich mit denen, die für die unglaublich menschenverachtenden vorgänge, die unerträgliche vertuschung und den unsäglichen hohn gegenüber den angehörigen der opfer die verantwortung tragen, gemeinsame sache machen?
für eine erklärung in der sache wäre ich ihnen sehr zu dank verpflichtet, da ich ihren standpunkt gerne nachvollziehbar verstehen möchte.
vielen dank für ihre bemühungen!
Thomas Ndindah