Das Leben von fünf jungen Menschen – kurdische GewerkschafterInnen, MenschenrechtsaktivistInnen, JournalistInnen – die sich dem Kampf für eine bessere Welt widmeten, wurde am 09. Mai grausam und viel zu früh im Tehraner Evin-Gefängnis vom iranischen Staat beendet.
Farzad Kamangar, eine der prominentesten politischen Gefangenen im Iran wurde lt. Berichten von Fars News sowie von ISNA, zusammen mit 4 weiteren politischen Aktivisten erhängt. Er war ein kurdischer Lehrer, der im Februar 2008 zusammen mit Ali Heydariyan und Farhad Vakili wegen „Feindschaft zu Gott“ durch das faschistische Regime in Teheran zum Tode verurteilt.
Kamangars Anwalt sagte ICHRI gegenüber, er stehe unter Schock. Die Justizbehörden hätten ihm und Kamangar versichert, dass die Anklagen gegen seinen Klienten als gegenstandslos befunden worden
seien, Kamangar drohe keine Hinrichtung mehr.
Den Widerspruch zwischen den Zusicherungen der Behörden, Kamangar sei unschuldig, und seiner plötzlichen Hinrichtung kommentierte der Anwalt mit den Worten: „Ich weiß nicht, welche Kräfte hinter
diesen Hinrichtungen stecken, die in der Lage sind, die Regeln und Vorschriften der Justiz völlig außer Acht zu lassen.“ Er dürfte bei der Verhandlung seines Mandanten nicht dabei sein und dass diese Verhandlung nur einige Minuten gedauert hätte.
Schirin Alam Hooli , eine kurdische Aktivistin, wurde ebenfalls am 09. Mai 2010 erhängt. Auch sie ließ sich in ihrem Weg nicht beirren und schrieb Briefe aus dem Gefängnis wo sie ständige Verhöre und Folter erdulden musste.
Mehdi Eslamian musste zwei Jahre Gefängnis, davon mind. ein Jahr in Einzelhaft unter Folter über sich ergehen lassen. Er wurde ebenfalls aufgrund seiner Aktivitäten bei verschiedenen NGO-Menschenrechtsorganisationen und unter fadenscheinigen Anklagen zum Tode verurteilt.
Noch immer wird diese Nachricht von offizieller Seite nicht bestätigt, denn gegen zwei Urteile war eine Berufung eingereicht worden. Die örtliche Zweigstelle des „Informationsministeriums“ hat der Familie Kamangar mitgeteilt, dass keine Informationen bezüglich der Hinrichtung vorliegen und dass die Kamangar Akten zwecks „Weiterbearbeitung“ an das Ministerium in Teheran weitergeleitet worden seien.
Im Übrigen wurden weder die Angehörigen der Hingerichteten noch deren Anwälte benachrichtigt!
Die Erinnerung an ihr Leben und Sterben verpflichtet uns, den Kampf gegen jegliche Form von Unterdrückung und Ausbeutung fortzusetzen und zu intensivieren.
Frauen Organisationen 8mars ( IRAN-AFGANISTAN)
Proteste gegen Hinrichtungen in verschiedene Teilen Kurdistans