Solidarität mit Sunny Pius Ebilueye
Der nigerianische Asylbewerber und Aktivist der Karawane-München Sunny Pius Ebilueye setzte sich im August 2005 mit Worten zur Wehr, als er trotz gültiger Fahrkarte des Schwarzfahrens bezichtigt und dann von Polizisten aus dem Zug geschleift, niedergeschlagen und stundenlang in eine Zelle gesperrt wurde. Jetzt steht er wegen angeblichem „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ vor Gericht. Das Verfahren gegen die Polizisten wurde eingestellt.
Sunny kann als Asylbewerber die Strafe und Prozesskosten nicht zahlen, spendet für Sunny:
Bayerischer Flüchtlingsrat e.V. , Konto-Nr. 88 326 02, BLZ: 700 205 00, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort: Sunny/Karawane
Protestkundgebung "Solidarität mit Sunny!":
Dienstag, 10. Oktober, ab 11 Uhr
Amtsgericht München, Nymphenburgerstr. 16 (U-Bahn Stieglmaierplatz)
Ab 13 Uhr: Besucht den Prozess gegen den Karawane-Aktivisten Sunny Pius Ebilueye!
Sunny Ebilueye hatte sich am 15.8.2005 gemeinsam mit seiner Verlobten und zwei anderen Fahrgästen ein Bayernticket gekauft, auf dem unter anderem er selbst in Absprache mit dem Zugbegleiter auf der Hinfahrt seinen Namen notiert hatte. Dennoch behauptete der Schaffner, der ihn auf der Rückfahrt kontrollierte, der Fahrschein sei nicht gültig und forderte ihn auf, den Zug zu verlassen. Sunny wollte sich das nicht bieten lassen, was damit endete, dass der Schaffner die Polizei rief und den Zug in Burgau anhalten ließ.
Zwei Polizeibeamte zogen Sunny gewaltsam aus dem Zug, schlugen ihn nieder, legten ihm Handschellen an und brachten ihn auf die Polizeiwache. Seine Brille ging bei der brutalen Behandlung durch die Polizei zu Bruch. Zwei Stunden lang musste er mit auf den Rücken gefesselten Händen in der Arrestzelle ausharren, ihm wurde sogar der Gang zur Toilette verweigert. Erst die Intervention seiner Verlobten führte dazu, dass Sunny Ebilueye schließlich um 21 Uhr 30 frei gelassen wurde
Wir gehen davon aus, dass sowohl das Verhalten des Schaffners, der Sunny P. trotz gültigem Fahrschein des Zuges verwies, als auch die Misshandlungen und Demütigungen durch die Burgauer Polizisten kein Zufall sind, sondern ein Fall von rassistisch motivierter Diskriminierung mit exzessiver Gewaltanwendung, der klar gegen Grundgesetz-Artikel 3 verstößt.
Heute, ein Jahr später, hat dieser skandalöse Vorfall immer noch ein juristisches Nachspiel: Während die Staatsanwaltschaft Memmingen das Strafverfahren gegen die Burgauer Polizisten, die Sunny Ebilueye wegen Körperverletzung angezeigt hatte, eingestellt hat, steht Sunny nun wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ vor Gericht. Zudem verlangt die Deutsche Bahn von ihm 191,13 Euro Schadensersatz für die Verzögerung des Zuges in Burgau, anstatt sich zu entschuldigen. Sunny Ebilueye ist fest entschlossen, sich gegen den Versuch zu wehren, ihn für das, was ihm angetan wurde, zu kriminalisieren.
Wir werden Sunny Pius Ebilueye, dessen Erfahrungen exemplarisch dafür stehen, was viele MigrantInnen und Flüchtlinge in Deutschland tagtäglich erleben, in seinem mutigen Kampf gegen rassistische Diskriminierung und Gewalt nicht alleine lassen. Darum: Kommt zur Kundgebung und zum Prozess, zeigt euren Protest und eure Solidarität!