Politische Verfolgung in Deutschland?
Wenn Schutzsuchende zu Verfolgten werden
Eine Informationsveranstaltung mit Nurjana Ismailova (Jugendliche ohne Grenzen) aus Niedersachsen, Miloud L. Cherif (The VOICE Refugee Forum) aus Thüringen und weiteren antirassistischen AktivistInnen.
Donnerstag › 13.10.2011 › 19.00 Uhr
Treffen auf dem Campus › Ernst‐Abbe‐Platz 3
von da geht’s gemeinsam zum Veranstaltungsort
Eine Kooperation des Referats für Menschenrechte FSU Jena und dem Break Isolation!‐Netzwerk
Seit Juli 2010 Protestieren die Flüchtlinge im Niedersächsischen Lager Meinersen (Landkreis Gifhorn) gegen die unertäglichern Lebensumstände und Schikanen durch die Behörden, sowie für die Schließung des Lagers. Dabei nutzen die Behörden die berechtigte Angst der Flüchtlinge vor Abschiebung regelmäßig aus, um jegliche Kritik zu unterdrücken. Jene, die trotzdem die Stimme erheben, werden seitdem schikaniert. Der Sprecher der Flüchtlinge wurde beschleunigt abgeschoben. Die zweite Sprecherin, die neunzehnjährige Nurjana Ismailova, ist nun das Ziel von Drohanrufen, Beschimpfungen während Behördengesprächen und Ermittlungsobjekt des Staatsschutzes. Die Privaträume von ihr und ihrer Familie wurden bereits polizeilich durchsucht.
In Thüringen ist die Situation ganz ähnlich: In Breitenworbis, Eichsfeldkreis, berichten Flüchtlinge davon, nach Stellungnahmen in Zeitungen gezielt von Behördenmitarbeitern mit Abschiebung bedroht worden zu sein. In Zella‐Mehlis werden Flüchtlinge, die sich der Heimleitung fügen, belohnt, Protestierende dagegen mit kleinen alltäglichen Schikanen bestraft.
Die Informationsveranstaltung an der Uni Jena soll diese Verhältnisse der Studierendenschaft näherbringen und – vor dem Hintergrund, dass die deutsche Regierung weltweit Menschenrechte einfordert – die in aller Stille in der hiesigen Provinz aufgebauten Strukturen von Einschüchterung und Unterdrückung politischer Selbstorganisation offenlegen.
Darüber hinaus werden die ReferentInnen Handlungsoptionen aufzeigen und mit allen Interessierten Möglichkeiten diskutieren, nachhaltig die Stellung von Flüchtlingen in Deutschland zu stärken.