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KAMPAGNENAUFRUF: "WIR WOLLEN FREIHEIT!" Stoppen wir den Staatsterror in der Türkei!

* Campaign Call (english) / KAMPANYA ÇAĞRISI (türkce)

Kampagnemappe zum Download beinhaltet Pressemitteilungen, Beschreibungen der angegriffenen Organisationen, Zeitungen und Gewerkschaften (Atilim, ESP, LIMTER-IS, TEKSTIL-SEN, BEKSAV, ÖZGÜR RADYO, EKD, SGD), die Namen der Inhaftierten, die Adressen der Gefängnisse und eine Unterschriftenliste für die Fax-Kampagne.
Internetseite der Kampagne www.wewantfreedom.org
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Stoppen wir den Staatsterror in der Türkei! - Kampagnenaufruf -

Während die Türkei behauptet, sie würde demokratisch werden, wendet sie gleichzeitig im ganzen Land einen offenen Staatsterror an. Die demokratischen Einrichtungen werden angegriffen, ihre Mitarbeiter verhaftet, die Demonstrationen und Kundgebungen werden angegriffen und in ein Blutbad verwandelt, sogar Kinder werden auf offener Straße erschossen. Die Zahl der Menschen, die sich wegen Folter an den Menschenrechtsverein IHD wenden, steigt weiter. Die Situation ähnelt der Zeit der faschistischen Militärjunta und des Ausnahmezustandes.
Nach der Einführung des neuen Antiterrorgesetzes (TMY) im Juni 2006, das trotz Appellen und Protesten von demokratischen Massenorganisationen, Menschenrechtlern, Intellektuellen, Gewerkschaftern, Arbeiter und Werktätigen eingeführt wurde, haben die Angriffe auf demokratische Rechte und Einrichtungen in den letzten Monaten mächtig zugenommen. Diese Angriffe stützen sich auf das neue Antiterrorgesetzes, das von der demokratischen Öffentlichkeit bereits als Antigesellschaftsgesetz bezeichnet wird.
Anfang August wurde ein zweiwöchiges Erscheinungsverbot gegen die Zeitung Özgür Gündem (Freie Tagesordnung) und gegen die Zeitschrift Özgür Halk (Freies Volk) ein einmonatiges Erscheinungsverbot verhängt.
Am 12. August wurde der 16jährige Junge Fevzi Abik in Adana mitten auf der Straße von der Polizei erschossen. Am 5. September wurde die 8jährige Mizgin Özbek zusammen mit zwei weiteren Personen Opfer einer außergerichtlichen Hinrichtung, als die Gendarmerie in Batman das Feuer auf sie eröffnete.
Die Protestdemonstration vom 6. September in Ankara gegen die Besatzung und Soldatenverschickung in den Libanon wurde von der Polizei mit Gasbomben und Panzern angegriffen, 18 von den insgesamt 61 Festgenommenen wurden ins Gefängnis überstellt.
Vom 8. bis 12. September wurden in verschiedenen Städten der Türkei viele Wohnungen gestürmt, von denen aus Wohnungen und auf der Straße Festgenommenen wurden 23 Journalisten, Schriftsteller und als Sozialisten bekannten Oppositionelle inhaftiert. Unter den Verhafteten befinden sich der Chefredakteur der Zeitung „Atilim“ Ibrahim Cicek, der Chefkoordinator der Zeitung Sedat Senoglu, sowie die Kolumnisten Ziya Ulusoy und Bayram Namaz, die Leiterin des Radiosenders “Özgür Radyo”, Füsun Erdogan, sowie weitere der Öffentlichkeit als Revolutionäre und Sozialisten bekannte Persönlichkeiten. Die Zeitung Atilim erhielt wegen ihrer Berichterstattung vom 14. September über diese Angriffe gemäß der § 6 des neuen Antiterrorgesetzes ein zweiwöchiges Erscheinungsverbot.
Am 12. September haben die vom Staat gesteuerten Konterguerillas in Diyarbakir erneut mit einem Massaker auf den Aufruf zum Frieden des kurdischen Volkes geantwortet. 10 Personen wurden dabei ermordet, darunter 7 Kinder.
Die Büros des Zeitschriften Özgür Halk (Freies Volk) und Genc Bakis (Junge Sicht) in Istanbul/Aksaray und Taksim wurden am 13. September von Polizeieinheiten gestürmt und zerstört. Der Herausgeber Suat Kolca und 4 weitere Mitarbeiter wurden verhaftet und anschließend ins Gefängnis überstellt.
Die Inhaftierungsoperation des türkischen Staates gegen Fortschrittliche, Demokraten, Linke und Sozialisten weitete sich noch weiter aus. Am 21. September wurde das zentrale Büro der Zeitung Atilim in Istanbul und sämtliche Filialen auch in anderen Städten der Türkei sowie die Günes Agentur, wo die technischen Arbeiten der Zeitung erledigt werden, von Spezialeinheiten durchsucht. Außerdem wurden die Büros der Arbeiterzeitschrift Dayanisma, die Geschäftsräume des Radiosenders Özgür Radyo, Die Wissenschafts-, Ästhetik-, Bildungs-, Kultur- und Forschungsstiftung (BEKSAV), die Büros der Zeitschrift Sanat ve Hayat (Kunst und Leben), der Sozialistischen Plattform der Unterdrückten (ESP) in Istanbul-Taksim und die Büros in allen anderen Städten, die Verschönerungsvereine in den Vierteln der Werktätigen, sämtliche Filialen des Vereins Werktätiger Frauen (EKD), die Hauptstelle und alle Zweigstellen der Gewerkschaft Tekstil-Sen, die Gewerkschaft Limter-Is, Mitglied der Konföderation Revolutionärer Arbeitergewerkschaften (DISK), die Räume der Föderation der Sozialistischen Jugendvereine (SGDF) und die Mitgliedsvereine in allen Städten und zahlreiche Wohnungen durchsucht.
Die Razzien und die Menschenjagd sowie Entführungsversuche auf offener Straße setzten sich in den darauffolgenden Tagen fort und dauern bis heute an.
Infolge der Razzien wurden etwa 130 Journalisten, Radiomitarbeiter, Frauenaktivistinnen, Jugendaktivisten festgenommen. Von diesen Festgenommenen wurden 45 Personen inhaftiert. Unter den Inhaftierten befinden sich auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Limter-Is, Cem Dinc und der Generalsekretär der Gewerkschaft, Zafer Tektas, die Vorsitzende der Gewerkschaft Tekstil-Sen, Ayse Yumli Yeter und die Generalsekretärin Sevim Kaptan Ölcmez, der Direktor des Radiosenders Özgür Radyos Halil Dinc und der Mitarbeiter des Radios Sinan Gercek, die Präsidentin des Istanbuler Vereins Werktätiger Frauen, Cicek Otlu, die Vertreterin der ESP in Istanbul, Figen Yüksekdag, der Herausgeber der Zeitung Dayanisma, Emin Orhan, der Kolumnist der Zeitung Atilim, Hasan Cosar und die Mitarbeiterin Özge Kelekci, sowie Mehmet Güzel und Serdal Isik. Somit stieg die Gesamtzahl der im Rahmen dieses Angriffs inhaftierten Personen auf 68. Die Anzahl der in der Türkei und Nordkurdistan inhaftierten Journalisten erhöhte sich auf 25.
Da die Akte, die als Vorwand für den Angriff angegeben wird, vom Gericht mit einem sechsmonatigen Geheimhaltungsbeschluss belegt wurde, wissen weder die Inhaftierten, noch die durchsuchten Einrichtungen, die Rechtsanwälte oder die Öffentlichkeit, was darin steht.
Am 07.10.2006 wollte der Istanbuler Menschenrechtsverein (IHD) einen Schweigemarsch mit der Forderung „Meinungsfreiheit“ durchführen, der allerdings von der Polizei verhindert wurde. Als der Vorsitzende des IHD Hürriyet Sener sich mit folgenden Worten an die Polizei wand: „Ihr verletzt unser in der Verfassung festgeschriebenes Recht, wir werden unseren Marsch durchführen“ erhielt er diese Antwort: „Genau, wir verletzen euer in der Verfassung festgeschriebenes Recht, und ihr werdet nicht laufen“.
Sowohl die von den Razzien betroffenen Einrichtungen als auch andere Gewerkschaften, demokratische Massenorganisationen, Intellektuelle und Schriftsteller verstärken auf verschiedenen Wegen den Kampf gegen das Antiterrorgesetz und den Festnahmeterror. Auch auf internationaler Ebene mehren die Proteste sich zunehmend
Die von den Angriffen betroffenen Einrichtungen sowie demokratische Persönlichkeiten und Organisationen und auch wir sind uns darüber einig, dass das, was in der Türkei in der letzten Zeit vor sich geht in jeglicher Hinsicht als Staatsterror zu bezeichnen ist und faktisch Bedingungen eines Ausnahmezustandes geschaffen wurden.
Mit diesem Angriff wird versucht, die sozialistische und oppositionelle Presse zum Schweigen zu bringen, die Stimme der für ihre Rechte kämpfenden Gewerkschafter, der Arbeiter, Werktätigen, Jugendlichen, Frauen zum Verstummen zu bringen. Der türkische Staat hat mit dem neuen Antiterrorgesetz der ganzen Bevölkerung den Krieg erklärt und sich in den Einrichtungen, Wohnungen und auf den Straßen auf die Menschenjagd begeben. Er tritt die Pressefreiheit, die Aktionsfreiheit und die Freiheit der Assoziation mit Füßen und sperrt die Journalisten und Schriftsteller ins Gefängnis. Er antwortet mit Gewalt auf den Aufruf der kurdischen Nation für Freiheit und Frieden.
Die Journalisten, Schriftsteller, Intellektuellen, Menschenrechtler und Oppositionellen dieses Landes, wo die Presse-, Aktions- und Assoziationsfreiheit mit Füßen getreten wird, haben sich zusammengetan und nehmen eine gemeinsame Haltung gegen diese Angriffe ein.
Um die Solidarität mit den demokratischen Organisationen und Einzelpersonen aus der Türkei und Nordkurdistan zu vergrößern, rufen wir alle demokratischen Organisationen und Einzelpersonen aus aller Welt dazu auf, sich mit ihnen zu solidarisieren.
Wir rufen Sie dazu auf, gegen die antidemokratischen Maßnahmen des türkischen Staates zu protestieren, die sofortige Freilassung der Inhaftierten zu fordern und sich an den Delegationen zu beteiligen, die als Prozessbeobachter in die Türkei fahren werden.
www.wewantfreedom.org

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Sozialistische Alternative der Unterdrückten: ATILIM

Die erste Ausgabe der sozialistische Wochenzeitung Atilim erschien am 08. Oktober 1994. Seit ihrem Erscheinen war die Zeitung Atilim zahlreichen Verboten, Inhaftierungen und Verhaftungsangriffen durch die Herrschenden ausgesetzt. Ihre Büros wurden stets von der Polizei durchsucht und geplündert. Aber diese Angriffe haben sie weder eingeschüchtert noch zum Schweigen gebracht. Sie hat ihren Kampf fortgesetzt, die Arbeiterklasse, die Werktätigen und die Unterdrückten nach ihrem Prinzip „Objektiv bei den Nachrichten, Revolutionär in den Kommentaren“ aufzuklären.
Der Staat, dem es nicht gelang, Atilim zum Schweigen zu bringen, fädelte wiederholt Komplotte gegen die Zeitung ein. Ihre Mitarbeiter und Kolumnisten wurden durch fabrizierte Szenarien ins Gefängnis geworfen und mit illegalen Organisationen in Verbindung gebracht. Aber durch den Kampf liefen all diese Komplotte jedes Mal ins Leere.
Dieses Mal hat der Staat einen noch umfangreicheren Angriff auf Atilim gestartet Zuerst wurden der Chefredakteur der Zeitung, Ibrahim Cicek und der Chefkoordinator, Sedat Senoglu, inhaftiert. Die Zeitung erhielt ein zweiwöchiges Erscheinungsverbot, weil sie über diesen Angriff und Komplott berichtete. Anschließend wurden sämtliche Büros in der ganzen Türkei und Nordkurdistan sowie Wohnungen von Mitarbeitern in vielen Städten durchsucht. Die Polizei beschlagnahmte alle Computer und Archive in den Büros. Unter den 7 Mitarbeitern er Zeitung, die festgenommen und anschließend inhaftiert wurden, sind Özge Kelekci aus Istanbul, der Verantwortliche in Amed, Serdal Isik und der Verantwortliche in Antep, Mehmet Güzel.
Um diesen Angriff und Komplott ins Leere laufen zu lassen hat Atilim die Intellektuellen, Journalisten und Schriftsteller dazu aufgerufen, sich zu solidarisieren. Der Chefredakteur Ibrahim Cicek und der Chefkoordinator, Sedat Senoglu haben in einem Brief, den sie aus dem Gefängnis geschickt haben, auf die Gefahr aufmerksam gemacht, der die gesamte oppositionelle Presse ausgeliefert ist. Der Aufruf fand schnell ein Echo. Mit der Unterstützung und der großen Welle der Solidarität von anderen Zeitungen, Intellektuellen und Schriftstellern erscheint Atilim auch weiterhin. Die revolutionären und fortschrittlichen Kreise, die Atilim verteidigen, verkaufen die Zeitung auf den Straßen und Plätzen, um sie zu den Menschen zu bringen. Zahlreiche Schriftsteller, Intellektuelle und Journalisten unterstützen Atilim, in dem sie direkt bei der Zeitung arbeiten oder Artikel, Nachrichten und Fotos schicken.
Um die Solidarität auch auf internationaler Ebene zu stärken, appelliert Atilim an alle fortschrittlichen, demokratischen und revolutionären Organisationen, Journalisten, Intellektuellen und Schriftsteller, die auf der Seite der Pressefreiheit stehen, die Zeitung Atilim zu unterstützen und gegen die Angriffe des türkischen Staates zu protestieren, die zum Ziel haben, die gesamte oppositionelle Presse zum Schweigen zu bringen.

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Sozialistische Plattform der Unterrückten – ESP

Die ESP hat sich im Prozess der Allgemeinen Wahlen vom 03. November 2002, in diesem Moment des Klassenkampfes, die besondere politische Aufgeschlossenheit der Millionen Arbeiter und Werktätigen während der Wahlen berücksichtigend und als Ausdruck davon, den politischen Kampf auf einem höheren Niveau und noch entschlossener zu führen, gebildet. Die ESP, die über die unabhängigen revolutionären sozialistischen Kandidaten, die an den Wahlen teilnahmen, sozialistische Propaganda machte und Massenagitation durchführte, wurde zu einem neuen Werkzeug, um mit den Massen in Verbindung zu treten und eine Antwort auf ihre Forderungen zu geben.
Die ESP ist mit ihrem legitimen und aktiven Kampf, den sie von 2002 bis heute führte, in jedem Bereich des Klassenkampfes zu einer Vorhutkraft geworden. Die ESP führt ihren Kampf mit der Perspektive, Politik für die Massen und gemeinsam mit den Massen zu machen, die unabhängige Klassenlinie der Arbeiterklasse zu entwickeln und handelt mit dem Vorhutsauftreten, der militanten Haltung und Auffassung. Sie führt einen politischen Kampf mit dem Ziel, alle unterdrückten Schichten der Gesellschaft, in erster Linie die Arbeiterklasse, aufzuklären, sie zu verändern, umzuwandeln und für den Sozialismus zu gewinnen.
Die ESP beschränkt sich nicht auf den Kampf im Rahmen der gesetzlichen Grenzen des Regimes, sie gründet ihren Kampf auf seine Legitimität und verbindet die tatsächliche Zustände auf revolutionäre Weise mit moralischer Kraft. Sie ist die sozialistische Vorhutkraft der Arbeiterklasse.
Die ESP, die sich bemüht, zum Subjekt der Widerstände der Arbeiterklasse zu werden und die Widerstände zu vergrößern, den Kampf für Gleichheit und Freiheit der kurdischen Nation zu verteidigen und mit der sozialistischen Perspektive zu vereinigen, gegen den Isolationszellenangriff zu kämpfen, die sozialistische Perspektive in die internationale Massenbewegung zu tragen und die Haltung gegen den imperialistischen Krieg und die Besatzung zu stärken, war kontinuierlich im Visier der Angriffe des Staates. Da sie in jedem Bereich die Forderungen der Arbeiter und Werktätigen verteidigt, hat der Staat Dutzende Male versucht, sie zu verbieten, bis heute wurde Hunderte ihrer Anhänger und Aktivisten angegriffen, verhaftet, und Dutzende ins Gefängnis geworfen. In mehreren Fällen wurden Aktivisten der ESP von der Polizei entführt und durch Folter wurde versucht, sie von ihrem Kampf abzubringen. Die Antwort der ESP hieß jedoch jedes Mal: „Wir lassen uns weder unterkriegen noch zum Schweigen bringen!“
Infolge der Türkei und Nordkurdistan weiten Razzia am 21. September, in deren Verlauf Büros verwüstet, Computer und Archive beschlagnahmt und über 120 Personen verhaftet wurden, sind Dutzende von ESPlern, allen voran die Vertreterin der ESP Istanbul, Figen Yüksekdag, unter Berufung auf das Antiterrorgesetz inhaftiert wurden.
Obwohl die Angriffe immer noch weitergehen, setzt die ESP ihren Kampf auf de Straßen und Plätzen fort. Mit Hilfe der Solidaritätsbewegung im Land und auf internationaler Ebene gelang es der ESP, die Angriffe zu stoppen und sie ruft alle demokratischen, fortschrittlichen, revolutionären und sozialistischen Kräfte dazu auf, die Solidarität zu verstärken und die Freilassung der Gefangenen zu erwirken.

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LIMTER-IS (Gewerkschaft der Hafen-, Schiffsbau- und SchiffsreparaturarbeiterInnen

Limter-Is wurde am 17. September 1976 gegründet und ist Mitglieder der Konföderation Revolutionärer Arbeitergewerkschaften (DISK) und der Internationalen Metallarbeiterföderation seit Juni 1977. Wie die aller anderen Gewerkschaften, politischen Parteien, demokratischen Massenorganisationen und Einrichtungen wurden infolge des Militärputsches vom 12. September 1980 auch die Aktivitäten von Limter-Is verboten und ihr damaliger Vorsitzender, Emir Babkus, ins Gefängnis geworfen.
Im Jahre 1991 nahm Limter-Is ihre Tätigkeit wieder auf und war weiterhin stets im Visier von Staat und Kapital. Während ihrer Arbeit zur Organisierung der Arbeiter und der Erkämpfung von Rechten war Limter-Is nicht nur mit Inhaftierungen und Repressionen konfrontiert. Am 05. März 1999 wurde der bereits zuvor zahlreiche Male festgenommene Bildungssekretär der Gewerkschaft, Süleyman Yeter, in Untersuchungshaft genommen und in der Antiterrorabteilung in Istanbul unter Folter ermordet.
Auf den Werften der Türkei sind Leihfirmen und Angriffe auf die gewerkschaftliche Organisierung sehr verbreitet. Eine große Anzahl von Arbeitern arbeitet ohne Versicherung und mit Niedriglöhnen. Obwohl die Arbeit des Schiffsbaus höchst gefährlich ist, werden keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen und deshalb sterben viele Arbeiter oder werden bei der Arbeit verwundet. Limter-Is hat bedeutende Kämpfe gegen die Arbeit ohne Versicherung und Gewerkschaft und die Todesfälle auf Arbeit auf den Werften von Tuzla geführt, wo allein in den letzten sechs Monaten 12 Arbeiter ums Leben kamen.
Der Widerstand, der bei Desan auf der Werft von Tuzla begann, wo die Arbeitsunfälle zu Massakern an den Arbeitern wurden und die Arbeiter ihre Löhne nicht regelmäßig ausgezahlt bekommen, ging mit der Besetzung des Arbeitsplatzes durch die Werftarbeiter weiter. Am 10. Juni 2006 wurden der Vorsitzende von Limter-Is, Cem Dinc und der Bildungssekretär Kamber Saygili vom Staat und seinen Sicherheitskräften auf Befehl der Arbeitgeber, die den Widerstand brechen wollten, festgenommen und unrechtmäßig inhaftiert. Aber infolge der Proteste und Aktionen der Werftarbeiter und einer breiten Solidaritätskampagne sowohl innerhalb des Landes als auch auf internationaler Ebene, musste der Staat Cem Dinc und Kamber Saygili einen Monat später wieder freilassen.
Der Grund, aus dem Limter-Is immer wieder ins Visier gerät, ist ihr Kampf gegen die harten Arbeitsbedingungen auf den Werften und ihre aktive Teilnahme an dem Kampf für Demokratie in der Türkei durch ihre standhafte Haltung gegen Chauvinismus, Krieg und Besatzung, antidemokratische Praktiken und Menschenrechtsverletzungen.
Der Vorsitzende von Limter Is, Cem Dinc, und der Generalsekretär, Zafer Tektas, wurden am 21. September 2006 verhaftet und befinden sich immer noch im Gefängnis. Limter-Is hat zu den Polizeirazzien in den Gewerkschaftsräumen und der Inhaftierung ihrer Mitarbeiter folgende Erklärung abgegeben:

AN DIE PRESSE UND ÖFFENTLICHKEIT

Am 21. September wurde die Hauptgeschäftsstelle von der in der DISK organisierten Gewerkschaft Limter-Is von Antiterroreinheiten der Polizei überfallen und nach stundenlangen Durchsuchungen wurden der Vorsitzende, Cem Dinc, und der Generalsekretär, Zafer Tektas, verhaftet.
Ein Beschlusstext des Vorstandes von DISK, vier Videokassetten, 12 Disketten, ein Computer, zwei Flaschen Kölnischwasser, 62 CDs und drei Faxe wurden von der Polizei beschlagnahmt.
Und die Begründung? Ein großes Nichts! Darüber hinaus kann die Legalität und Legitimität unserer Gewerkschaft durch nichts in Frage gestellt werden. Die Stellung und der Platz, den unsere Gewerkschaft einnimmt sind glasklar. Sie steht an der Seite der Arbeiterklasse und der Unterdrückten, und dies ist auch der Grund, warum wir diesen Angriff erlebt haben. Der Grund ist der jahrelange Kampf gegen die versklavenden Arbeitsbedingungen auf den Werften, ist der Kampf gegen das System des Outsourcing, das sich selber als allem übergeordnet betrachtet, ihre Versicherungen und Löhne nicht bezahlt und die Arbeiter wissendlich in den Tod schickt.
Wir, die Gewerkschaft Limter-Is verkünden, dass wir das, was wir bis heute getan haben fortsetzen werden und dass das, was wir bisher getan haben, die Garantie dafür ist. Limter-Is, die ihre Kraft aus der Arbeiterklasse, den Werftarbeitern und den Unterdrückten schöpft, wird ihren Weg mit der Überzeugung der Werktätigen von einer freien, gleichen und klassenlosen Welt fortsetzen.

Im Namen der Gewerkschaft Limter-Is,
KAMBER SAYGILI (Sekretär für Bildung und Organisierung)
23.09.2006

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TEKSTIL-SEN (Textil-, Knüpf-, Färber-, Trikotage- und Bekleidungsarbeitergewerkschaft)

Die Gewerkschaft Tekstil-Sen wurde im August 2003 gegründet und kämpft in einem Land, indem 55,4% der Arbeiter und Werktätigen nicht registriert und nur 4,8 Millionen von 14 Millionen versicht sind, während die restlichen Millionen ohne Versicherung ohne soziale Rechte und für Niedriglöhne arbeiten, für die gewerkschaftliche Organisierung und Rechte.
Tekstil-Sen wurde mit dem Ziel gegründet, die Textilarbeiter zu organisieren, die nicht nur sehr unorganisiert sind und sehr schwere Arbeits- und Lebensbedingungen haben, sondern deren Situation sich durch die neoliberale Politik, die Privatisierung und Flexibilisierung der Arbeit noch weiter verschärft hat. Aufgrund ihrer entschlossenen Gewerkschaftsarbeit seit der Gründung greifen nicht nur das Kapital und die Arbeitgeber, sondern auch der Staat Tekstil-Sen an. Ihre Vorsitzenden und anderen Mitarbeiter wurden bereits häufig verhaftet und ihren Mitgliedern gekündigt.
Tekstil-Sen führte Streiks und Widerstände in zahlreichen Firmen wie Huzur Corap, Polaris, Evita, Floret und Duygu Tekstil. Sie organisierte Aktionen zur Aufklärung der Arbeiterklasse gegen die Angriffe der IWF-gestützten Regierung in Form von kurzen oder auch langfristigen Kampagnen in den Fabriken, Firmen, Industriegebieten und Wohnbezirken.
Außerdem versuchte Tekstil.-Sen die Arbeitersolidarität gegen das Kapital zu stärken, indem sie Kämpfe und Probleme von Arbeitern anderer Brachen unterstützte, z.B. von TEKEL, TÜPRAS, SEKA, Cola und von den Werften. Den internationalistischen Kampf verstärkend entwickelte sie die Einheit, den entschlossenen Kampf und die Klassensolidarität der Arbeiter und unterstützte das kurdische Volk gegen die Verleugnungs- und Vernichtungspolitik des türkischen Staates und die Kämpfe der Völker von Irak und Palästina gegen den Krieg.
Ihr Ziel ist eine Welt ohne Ausbeutung und sie fordert die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen für die Arbeiter, die gegen die Bedingungen der Lohnsklaverei Widerstand leisten. Trotz aller Angriffe von Staat und Kapital setzt Tekstil-Sen ihren Kampf heute unter der Parole „Für die 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, nein zur Arbeit ohne Versicherung, Gewerkschaft und Bezahlung“ fort.
Die Vorsitzende der Gewerkschaft, Ayse Yumli Yeter und die Generalsekretärin der Gewerkschaft Sevim Kaptan Ölcmez, die schon Dutzende Male zuvor angegriffen wurden, befinden sich seit dem 21. September 2006 im Gefängnis. Mit dieser Haltung versucht der Staat, alle kämpferischen Gewerkschaften und Arbeiter zum Schweigen zu bringen, einzuschüchtern und die gewerkschaftliche Organisierung der Arbeiter zu unterbinden.

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Wissenschafts-, Bildungs-, Ästhetik-, Kunst und Kultur- und Forschungsstiftung - BEKSAV

Die Wissenschafts-, Bildungs-, Ästhetik-, Kunst und Kultur- und Forschungsstiftung, die im Februar 1995 gegründet wurde, produziert in vielen Bereichen der Kunst wie zum Beispiel Musik, Theater, Kino und Literatur. Außerdem finden dort Aktivitäten im Bereich Fotografieren, Malen und Volkstänze statt. Die Einrichtung erstellt des Weiteren Dokumente zur Veröffentlichung, die aus der Organisation von akademischen oder aktuellen Diskussionen und Seminaren zu verschiedenen Themen hervorgehen.
Hunderte von Menschen lernten in verschiedenen Kursen bei BEKSAV, die in Zusammenarbeit mit dem Volksbildungszentrum organisiert wurden, wie zum Beispiel Gitarren-, Saz-, Theater-, Modern Dance-, traditionelle Folklore und Flötenkurse. BEKSAV bietet die Möglichkeit der Entwicklung von Kultur und Kunst indem es zahlreichen professionellen und Amateurregisseuren, Musik- und Theatergruppen Raum für die Produktion zur Verfügung stellt.
Bei Aufführungen ihrer Musik-, Theater- und Kinoproduktionen in der Türkei und in Europa traf BEKSAV mit breiten Massen zusammen. Es organisierte Kulturfestivals und Feierlichkeiten zusammen mit lokalen Gemeinden in Istanbul, Izmit, Canakkale, Iskendurun, Hatay und anderswo. Während der Bildungs- und Erholungscamps der Gewerkschaften brachte es seine Werke zu den Arbeitern und Werktätigen.
Die Musikgruppe der Stiftung, Yenigün Musikgruppe, produzierte zwei Alben unter dem Titel „Keine Hoffnungslosigkeit in unseren Liedern“ und „in eigener Sprache“ und die Musikgruppe Vardiya produzierte folgende drei Alben: „Treffen“, „Die Menschheit im Visier“ und „Transparente in ihren Händen“.
Das Theater Imge brachte zahlreiche Stücke auf die Bühne, darunter Tania, Brennende Menschheit, Schrei, Lauf für die Freiheit, vor dem Storm, Tom und Jerry, Don Quichotte und Keloglan, Medea und die „Farbe des Wassers“. Auch der Theaterworkshop führte zwei Stücke auf: „Wir kommen von weit her“ und „Stimme des Berges“
Der Theaterworkshop von BEKSAV produzierte Dokumentarfilme wie „Handschellen“, „Szenen von Menschen meiner Heimat“, „Der Morgen hat einen Besitzer“, „Wie Efeu an der Wand“ und „Deja-Vu“. Einer seiner dokumentarischen Kurzfilme mit dem Titel „der 70. Tag“ wurde auf das Antalya Filmfestival eingeladen, aber das Kulturministerium verbot die Vorführung.
BEKSAV hat seit dem Jahre 2000 mit seiner akademischen Arbeit unter den Oberbegriffen „Unterricht übers Leben“ und „Wissen des Lebens“ zu Themen der Grunddisziplinen wie Geschichte der Wissenschaft, Philosophie, Literatur, Soziologie, Politik, Anthropologie und Ästhetik eine Miniuniversität geschaffen
Die Einrichtung trägt außerdem zum Erscheinen des Kulturmagazins Kunst und Leben bei, für die viele Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler ebenfalls schreiben.
Die Mitarbeiter von BEKSAV wurden unzählige Male festgenommen und inhaftiert. Auch bei dem aktuellen Staatsterror war BEKSAV eines der Angriffsziele. Der Vorsitzende des Vorstandes von BEKSAV und Chefredakteur des Kunstmagazins Kunst und Leben, Haci Orman, ist von Verhaftung bedroht.

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Farkli ses farkli yorum: ÖZGÜR RADYO

Özgür Radio ging 1995 auf der Frequenz 95,1 auf Sendung, um den Arbeitern und Werktätigen die Stimme der Wahrheit zu senden und sendet seinen Hörern allen Verboten zum Trotz seit 11 Jahren andere Stimmen und alternative Kommentare. Es versucht, den Vorhang der Showwelt herunterzureißen, der die Wirklichkeit verbirgt. Es wurde zu einem Anlaufpunkt für die Stimmen, die von dem Lärm des Dolby Surround der Monopolmedien übertönt werden sollen.
Es wurde zu der Stimme der Arbeiter, die auf die Straße gesetzt wurden, der Werktätigen im Öffentlichen Dienst, die zu einem Hungerlohn verurteilt sind, den in ihren vier Wänden eingesperrten werktätigen Frauen, den gleiche und kostenlose Bildung für alle fordernden Studenten, der Jugend, der man die Zukunft nehmen will und die man zu einer degenerierten Kultur verurteilt, der Gefangenen, die eingesperrt wurden, weil sie eine gleichberechtigte und freie Welt gefordert haben, der Mütter, die vor den Gefängnistoren Widerstand gegen all die unmenschlichen Maßnahmen leisten, der Menschenrechtverteidiger und derjenigen, die den Traum einer Welt der Freiheit und Gleichheit umsetzen wollen.
Natürlich hatte das seinen Preis. Özgür Radyo war während seiner Existenz, die 1995 begann, mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert. Insgesamt wurde das Senden für 3 Jahre und 9 Monate verboten. Aber jedes Mal ist Özgür Radyo gelungen, mit der Unterstützung und der Solidarität der Hörer all diese Hindernisse zu überwinden. Heute wird mit dem neuen Antiterrorgesetz (TMY) wieder einmal versucht, die Stimme Özgür Radyos zum Schweigen zu bringen. Seine Leiterin, Füsun Erdogan wurde am 08. September inhaftiert und in das M-Typ-Gefängnis in Gebze überstellt.
Die Computer, CDs, Kassetten und Archive wurden bei einer Razzia des Radiosenders am 21. September beschlagnahmt. Sein Nachrichtendirektor, Halil Dinc und der Mitarbeiter Sinan Gercek wurden inhaftiert und in das F-Typ-Gefängnis Tekirdag Nr. 2 eingewiesen. Die Sendung des Radios wurde während der Polizeirazzia für Stunden unterbrochen.
Heute versucht Özgür Radyo unter schwierigen Bedingungen mit Hilfe der Computer, die Hörer zur Verfügung stellten, weiter zu senden. Özgür Radyo ruft jeden, der auf der Seite der Meinungsfreiheit steht dazu auf, angesichts dieser Angriffe seine Unterstützung zu zeigen und die Solidarität zu stärken, um die Freilassung unserer Leiter zu erreichen.

Verteidigen wir Özgür Radio
Für eine bessere und hellere Zukunft
Für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Für ein menschenwürdiges Leben!

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Verein Werktätiger Frauen - EKD

Auf einem Kongress, der von einer Gruppe werktätiger und sozialistischer Frauen 1993 organisiert worden war, und an dem 2000 Frauen teilnahmen, wurde der Bund Werktätiger Frauen (EKB) gegründet, der dann später in den EKD (Verein Werktätiger Frauen) umgewandelt wurde. Seit dem Tag seiner Gründung repräsentierte er mit seinem Kampf gegen sexuelle, nationale und klassenmäßige Ausbeutung die sozialistische Perspektive in der demokratischen Frauenbewegung der Türkei und Nordkurdistans.
Weil der EKD sich bewusst ist, dass die Befreiung der Frauen nur im Sozialismus möglich ist, beschäftigt er sich nicht nur mit den Problemen der Frauen, sondern mit allen Themen des sozialen Kampfes. Er versucht, die werktätigen Frauen in alle sozialen Kämpfe mit einzubeziehen und sie in ein aktives Subjekt zu verwandeln.
Die Frauen, die bis 2005 unter dem Namen Bund Werktätiger Frauen kämpften (EKB), entschieden einen Verein zu gründen, um die Organisation zu verstärken und die Massen der werktätigen Frauen in noch organisierterer Weise für den Kampf zu mobilisieren. Daraufhin entstand 2006 der EKD. Heute ist der EKD, der eine monatliche Zeitschrift für die Massen der werktätigen Frauen herausbringt, eine der organisiertesten und wichtigsten Gruppierungen innerhalb der demokratischen Frauenbewegung.

Einige Aktivitäten des EKD von seiner Gründung, zuvor unter dem Namen EKB, bis heute:
· Er wurde zu einer Kraft die darauf drängte, den 8. März auf den Straßen zu feiern unter Beteiligung der Massen der werktätigen Frauen und in einer militanten Art du weise, als Kampftag der werktätigen Frauen
· Am 28. Mai 1995 organisierte er im Kampf gegen die Politik des Verschwindenlassens des Staates die "Konferenz der Mütter", war wichtiger Mitorganisator der „Samstagsmütter“ und der im und im Mai 1996 stattfindenden 1. Internationalen Koferenz gegen Verschwindelassen.
· Er verteidigte die Forderungen der studierenden Jugend, indem sie sich an der Organisierung der Demokratischen Bildungskonferenzen, der Konferenz der Studentinnen und ähnlichen Aktivitäten beteiligte.
· Er führte zahlreiche Aktivitäten gegen die Gewalt, sexuelle Misshandlung und Vergewaltigung von Frauen durch. Im Jahr 2000 organisierte er eine Kampagne unter dem Motto "Stimme und Mut" gegen die sexuelle Misshandlung und Vergewaltigung unter Haft und verband diese Kampagne mit einer "Internationalen Konferenz gegen Sexuelle Misshandlung und Vergewaltigung unter Haft". Dies führte einerseits dazu, dass die Politik des Staates angeklagt und zurückgeschlagen wurde und andererseits ermutigte es Dutzende Frauen, öffentlich zu machen und anzuklagen, dass sie unter Polizeihaft vergewaltigt worden waren.
· Er organisierte eine Reihe von Aktivitäten für das Recht der Arbeiterinnen und werktätigen Frauen auf Arbeit wie Kampagnen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Krippen und Stillräume am Arbeitsplatz sowie die Eröffnung vor Frauenhäusern und organisierte aktiven Kampf und Widerstand gegen das "Projekt Urbaner Transformation", das vorsah, Häuser der Arbeiter und Werktätigen einzureißen
· Er führte Organisationskampagnen durch, um die ideologischen und rechtlichen Angriffe auf den Organisierungsgedanken unter den werktätigen Frauen zurückzuschlagen.
· Er nahm an allen Kämpfen gegen die F-Typ-Gefängnisse und den Krieg und die Besatzung im Irak teil.
· Der EKD war 2000 und 2005 unter den Teilnehmern des Weltfrauenmarsches. Im November 2005 organisierte es anlässlich des "25. November, Tag der Beendigung der Gewalt gegen Frauen" "Gerichte der Gerechtigkeit für Frauen", wo die Gewalt gegen Frauen verurteilt wurde und über die Erfahrungen der werktätigen Frauen mit diesem Thema gesprochen wurde.
· Er beteiligte sich an dem Kampf der kurdischen Nation für das Recht auf Bildung in der Muttersprache, an den Streiks und Widerständen der Arbeiter und werktätigen Beamten, am Kampf gegen die so genannten „Ehrenmorde“, gegen die geschlechtsspezifische Diskriminierung in der Bildung, organisierte Kampagnen in den Vireteln der Werktätigen für sauberes Wasser und Müllentsorgung und nach dem Erdbeben 1999 waren die Frauen des EKD unter den ersten Freiwilligen in den betroffenen Gebieten und organisierten eine wirksame Solidaritätskampagne.
Im Rahmen der sich auf das neue Antiterrorgeestz berufenden Angriffe beginnend am 21. September in Dutzenden von Städten der Türkei und Nordkurdistan wurde das zentrale Büro des Vereins Werktätiger Frauen und seine anderen Filialen in allen Städten der Türkei und Nordkurdistans von Polizeieinheiten durchsucht. Seine Mitglieder wurden verhaftet und die Präsidentin des EKD, Cicek Otlu, wurde inhaftiert und in das M-Typ-Gefängnis in Gebze gebracht. Außerdem wurden die EKD-Mitglieder Diren Yildiz inhaftiert und in das E-Typ-Gefängnis Adana Kürkcüler überstellt.
Das der EKD von diesen Angriffen betroffen ist, die auch gegen sozialistische Zeitungen und andere Massenorganisationen gerichtet waren, liegt daran, dass er einen starken Willen und beachtlichen Erfolg in der Mobilisierung der werktätigen Frauen für den Kampf gegen sexuelle, nationale und klassenmäßige Ausbeutung bewiesen hat.
Alle Frauen und Frauenorganisationen, die für die gesellschaftliche Befreiung der Frau kämpfen, sollten ihre Solidarität mit dem EKD erhöhen und sich für seine Präsidentin, Cicek Otlu, und für Diren Yildiz einsetzen.

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DIE SOZIALISTISCHE ALTERNATIVE DER JUGEND: SGD

Der Sozialistische Jugendverein (SGD), der 2004 gegründet wurde, nahm seine Tätigkeit auf, um die Jugend an den Universitäten, den Schulen, die Arbeiterjugend, die arbeitslose Jugend und die Jugendlichen in den Vierteln der Werktätigen mit dem Kampf für den Sozialismus und der sozialistischen Aufklärung zusammenzubringen.

Er wurde in kürzester Zeit zu einer der Hauptkräfte im Kampf für die sozialen, politischen, akademischen und ökonomischen Forderungen der Jugend.

Der Hochschulart (YÖK), Studiengebühren und Privatisierung der Bildung, Verhöre und Bestrafungen der Studenten, die Angriffe der Zivilfaschisten an den Unis, das Recht der kurdischen Jugend auf Bildung in der Muttersprache, der Kampf der Schüler gegen die Zulassungsprüfungen zur Universität, das OSS (Studentenauswahlverfahren) sind einige der Themen, die der Kampf des SGD umfasst.

Als die sozialistische Alternative der Jugend organisiert der SGD auch Aktivitäten gegen die Degenerierung, den Drogenverkauf – eine der beliebten Strategien des Staates in den werktätigen Vierteln – mit sozialistischer Kunst und Kultur, Unterschriftenkampagnen, Diskussionsveranstaltungen, Musik- und Theatergruppen, Straßenfestivals und Konzerten.

Durch die Organisierung von Workshops und Seminaren vermittelt er den Jugendlichen sozialistische Gedanken und gibt ihnen gleichzeitig die Möglichkeit, selber aktiv zu werden und in diesem Bereich etwas zu entwickeln.

Der SGD handelt mit der Perspektive, die Massen der Jugend nicht nur auf der Grundlage ihrer eigenen Probleme sondern der der ganzen Gesellschaft aufzuklären und zu mobilisieren. Die US-Aggression und die Besatzung im Irak, die Entscheidung des türkischen Staates, Soldaten in den Libanon zu schicken, Die F-Typ-Isolationsgefängnisse, die Streiks und Widerstände der Arbeiter, all das ist auf der Tagesordnung des SGD. Es sind z.B. auch Mitglieder des SGD unter den 18 Antiimperialisten, die ins Gefängnis geworfen wurden, weil sie in Ankara gegen den Beschluss, Soldaten in den Libanon zu schicken protestiert haben.

Der SGD existiert in den Städten Istanbul, Ankara, Izmir, Adana, Hatay, Mersin, Manisa, Balikesir, Canakkale, Zonguldak, Eskisehir, Bursa, Gebze, Findikli, Antep, Malatya, und Antalya und hat auf einer Konferenz im Jahre 2005 beschlossen, sich mehr zu zentralisieren und daraufhin die Föderation der Sozialistischen Jugendvereine (SGDF) gebildet.

Die Räume der SGD in Istanbul, Izmir, Antep, Balikesir und Rize/Findikli sowie die Wohnungen von SGD-Mitgliedern in Mugla und Manisa sind auch unter den zahlreichen Einrichtungen, die am 21. September 2006 in der Türkei von Polizeirazzien betroffen waren. Der Staat versucht, die Stimme der Jugend zum Schweigen zu bringen und ihren Kampf zu verhindern und inhaftierte den Vorsitzenden des SGD Antep, Sinan Tanriverdi, den Vorsitzenden des SGD Balikesir, Ugur Ok, die Mitglieder des SGD Mugla, Arzu Onay und Baris Kelleci, und in Manisa Zeliha Yildirim und Murat Uludogan.

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