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gender, militarisierung und krieg

By kandolo, 6 October, 2006
description:

Vortrag und Diskussion, am Mittwoch, den 11.10., um 19.30h, in der Alten Feuerwache

Eine Veranstaltung der Stiftung W.

Die Kriegseinsätze der Bundeswehr nehmen gegenwärtig ständig zu. Dabei bleibt das Kriegsgeschäft ist eine sehr männliche Domäne, auch wenn in vielen Armeen mittlerweile Soldatinnen ihren Dienst tun. Jedoch wird noch immer selten aus einer kritischen Gender-Perspektive auf Kriege geguckt und auf die Konstruktionen von "Männern" und "Frauen", von "weißen" Zivilisierten und nicht-weißen Anderen, auf denen die Kriegslogiken beruhen. Aber auch viele FriedensaktivistInnen bleiben oft einer hierarchischen zweigeschlechtlichen patriarchalen Logik verhaftet, in dem sie vereinfachend davon ausgehend: Männer seien die Krieger, Frauen hingegen die Friedliebenden.

Um zu begreifen, wie die Institution Militär und ihre Kriegsführung

funktionieren, ist es lohnenswert, die verschiedenen sexistischen und

rassistischen Identitäts-Konstruktionen zu beleuchten, die eine der

Grundbedingungen für Krieg und Kriege sind, und die über die

unterdrückerischen Verhältnisse immer wieder reproduziert werden.

Was bedeutet Krieg für Geschlechterverhältnisse in den kriegsführenden

und in den vom Krieg über- und durchzogenen Gesellschaften? Offiziell

lautet die Legitimation für Kriege immer öfter, daß es um die

"Verteidigung der Menschenrechte" oder spezieller sogar um die "Befreiung der

Frauen" ginge; dies dient letztlich jedoch nur dazu, hierarchische

Verhältnisse aufrecht zu erhalten, die eigentlichen Interessen der

Kriegsführenden zu kaschieren und dafür, eine gesellschaftliche Zustimmung zum

Krieg zu erhalten.

Für uns wird es in dieser Veranstaltung darum gehen, den Alltag der

Menschen und die immer wieder neu reproduzierten geschlechtlichen und

rassistischen Kategorien in den Blick zu nehmen, anstatt bei der

Frontberichterstattung stehen zu bleiben. Darüber hinaus ist aber auch die

Militarisierung der sog. "Heimatfront", der Köpfe hier und anderswo, ein

zentrales Thema unserer Auseinandersetzung. Vielleicht kann es uns so

gelingen, gemeinsam erste Ansätze gegen die Kriegslogiken zu entwickeln.

Anlass für diese Veranstaltung der Stiftung W. ist neben den den sich

vervielfachenden Einsätzen der Bundeswehr der bevorstehende Prozess

gegen 4 Kölner AktivistInnen, die die Gelöbnisfeier zum 50-jährigen

Bestehen der

Bundeswehr am Kölner Dom mit unliebsamen Parolen und Transparenten

erfolgreich gestört haben, und die deshalb jetzt u.a. mit dem Vorwurf der

"Volksverhetzung" angeklagt werden.

An diesem Abend referieren zwei AktivistInnen des Bündnisses "Bundeswehr wegtreten!", Köln.

Kommt zahlreich, und bitte leitet diese Einladung an Interessierte

weiter.

Stiftung W.

Location:

in der Alten Feuerwache, Gathestr., Wuppertal Elberfeld, Nähe Hauptbahnhof

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