Vortrag und Diskussion, am Mittwoch, den 11.10., um 19.30h, in der Alten Feuerwache
Eine Veranstaltung der Stiftung W.
Die Kriegseinsätze der Bundeswehr nehmen gegenwärtig ständig zu. Dabei bleibt das Kriegsgeschäft ist eine sehr männliche Domäne, auch wenn in vielen Armeen mittlerweile Soldatinnen ihren Dienst tun. Jedoch wird noch immer selten aus einer kritischen Gender-Perspektive auf Kriege geguckt und auf die Konstruktionen von "Männern" und "Frauen", von "weißen" Zivilisierten und nicht-weißen Anderen, auf denen die Kriegslogiken beruhen. Aber auch viele FriedensaktivistInnen bleiben oft einer hierarchischen zweigeschlechtlichen patriarchalen Logik verhaftet, in dem sie vereinfachend davon ausgehend: Männer seien die Krieger, Frauen hingegen die Friedliebenden.
Um zu begreifen, wie die Institution Militär und ihre Kriegsführung
funktionieren, ist es lohnenswert, die verschiedenen sexistischen und
rassistischen Identitäts-Konstruktionen zu beleuchten, die eine der
Grundbedingungen für Krieg und Kriege sind, und die über die
unterdrückerischen Verhältnisse immer wieder reproduziert werden.
Was bedeutet Krieg für Geschlechterverhältnisse in den kriegsführenden
und in den vom Krieg über- und durchzogenen Gesellschaften? Offiziell
lautet die Legitimation für Kriege immer öfter, daß es um die
"Verteidigung der Menschenrechte" oder spezieller sogar um die "Befreiung der
Frauen" ginge; dies dient letztlich jedoch nur dazu, hierarchische
Verhältnisse aufrecht zu erhalten, die eigentlichen Interessen der
Kriegsführenden zu kaschieren und dafür, eine gesellschaftliche Zustimmung zum
Krieg zu erhalten.
Für uns wird es in dieser Veranstaltung darum gehen, den Alltag der
Menschen und die immer wieder neu reproduzierten geschlechtlichen und
rassistischen Kategorien in den Blick zu nehmen, anstatt bei der
Frontberichterstattung stehen zu bleiben. Darüber hinaus ist aber auch die
Militarisierung der sog. "Heimatfront", der Köpfe hier und anderswo, ein
zentrales Thema unserer Auseinandersetzung. Vielleicht kann es uns so
gelingen, gemeinsam erste Ansätze gegen die Kriegslogiken zu entwickeln.
Anlass für diese Veranstaltung der Stiftung W. ist neben den den sich
vervielfachenden Einsätzen der Bundeswehr der bevorstehende Prozess
gegen 4 Kölner AktivistInnen, die die Gelöbnisfeier zum 50-jährigen
Bestehen der
Bundeswehr am Kölner Dom mit unliebsamen Parolen und Transparenten
erfolgreich gestört haben, und die deshalb jetzt u.a. mit dem Vorwurf der
"Volksverhetzung" angeklagt werden.
An diesem Abend referieren zwei AktivistInnen des Bündnisses "Bundeswehr wegtreten!", Köln.
Kommt zahlreich, und bitte leitet diese Einladung an Interessierte
weiter.
Stiftung W.
in der Alten Feuerwache, Gathestr., Wuppertal Elberfeld, Nähe Hauptbahnhof