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Der Ablauf der Aktion in Bramsche-Hesepe

Der Ablauf der Aktion in Bramsche-Hesepe

Um 5 Uhr 30 näherte sich die Gruppe von ca. 35 AktivistInnen, die alle in orange oder weiße Overalls gekleidet waren der Pforte des Lagers, welche nicht verschlossen war, so daß alle innerhalb kürzester Zeit in das Lager gelangen konnten, bevor der Wachdienst überhaupt richtig reagierte. Mit Leitern wurden die Dächer zweier Gebäude bestiegen und verschiedene Transparente mit der Schließungsforderung und der Forderung auf gleiche Rechte für alle hochgehalten. Die Aktion wurde von 15-20 BewohnerInnen des Lagers unterstützt. Sie blockierten das Tor des Lagers und die Einfahrt, so daß die ankommenden Angestellten des Lagers nicht so ohne weiteres ihren Arbeitsplatz erreichen konnten. Flüchtlinge und AktivistInnen auf den Dächern riefen gemeinsam Parolen, unterstützt von rhythmischem Trommeln. Die Aktion war bis zur doch immerhin einige hundert Meter entfernten Bundesstraße hörbar.

Die Angestellten der Security-Firma, deren Job es ist, die Pforte zu bewachen und die von dem Eindringen der AktivistInnen überrumpelt waren, hatten derweil die Polizei alarmiert. Ein erster einzelner Streifenwagen traf um 5 Uhr 45 ein. Weitere folgten um kurz vor 6 und um kurz nach 6 Uhr war die Polizei mit ca. 10 Fahrzeugen vertreten. Die Aktion wurde allerdings nicht von ihnen behindert. Unter Polizeischutz wurden einige Angestellte in das Lager geleitet, andere versammelten sich zunächst unschlüssig auf dem Parkplatz vor dem Lager. Der Dienststellenleiter, Herr Bramm, war nicht anwesend, wurde telefonisch verständigt, war aber nicht erreichbar. Er tauchte auch bis zum Ende der Aktion nicht auf.

Gegen 7 Uhr führten AktivistInnen und BewohnerInnen gemeinsam eine Demonstration durch das Lager durch, die zu den Wohnhäusern und den Behörden des Lagers führte und wieder an der Eingangspforte endete. Gegen 7 Uhr 30 wurde die Aktion insgesamt beendet. Flüchtlinge und AktivistInnen bekundeten gemeinsam, daß dies nicht die letzte Aktion gewesen sei. Es wurde noch einmal darauf hingewiesen, daß trotz der anhaltenden Proteste seit nunmehr über fünf Jahren, die verantwortlichen Behörden (von Lagerleitung bis Innenministerium) außer mit Verleumdungen und Repression nicht auf die erhobenen Forderungen reagiert haben und einer inhaltlichen Auseinandersetzung ausgewichen sind.

Bei der Abfahrt der AktivistInnen wurden von fast allen durch die Polizei die Personalien festgestellt.

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