17.-31. Mai Internationale Wochen gegen das Verschwindenlassen
DIE VERSCHWUNDENEN NICHT VERGESSEN!
Samstag, 22. Mai 2010
15:00 - 19:30 in Bern (Schweiz)
Das Verschwindenlassen unter Haft ist ein Angriff der herrschenden Klassen gegen die oppositionellen Teile der Gesellschaft, um ihren Herrschaftsanspruch zu behalten und unter den breiten Massen der Gesellschaft Angst zu verbreiten. Wie im 20. Jahrhundert wird dieser Angriff auch heute von der Bourgeoise durch den Staatsapparat, den er in seiner Hand hält, gegen die Unterdrückten und die organisierten Kräfte der Arbeiterklasse und gegen nationale Unabhängigkeitskämpfe führende Nationen und nationale Minderheiten, wie die Kurden, Basken, Nord Irren, Tamilen, Oromo, Berberiler und Ballucier, angewandt. Diese Angriffe werden von den verschiedensten Monopolen geführt, um die Arbeiterklasse noch mehr ausbeuten zu können. Durch diese Angriffe versuchen die verschiedensten Monopole wie BP, Shell, Mobil Oil, Esso, Coca Cola, IG Farben, Chiquita/United Fruit Company, Mercedes Benz, Euro Gold, Dow Chemcial, Bacardi usw, Menschenrechtsverletzungen, Folter, Verschwindenlassen unter Haft, Umweltverschmutzung, Niedriglohnpolitik und die Abschaffung der gewerkschafslichen Organisiserung durchzusetzen. Die Stimmen jener, die Widerstand leisten, sich für die Rechte der Arbeiter, Umweltschutz und nationale Freiheitsbewegungen einsetzen, werden durch den Staat oder dessen paramilitärische Einheiten verstummt,
indem sie verhaftet und in Kerker gesteckt, ermordet oder unter Haft Verschwinden gelassen werden.
Noch heute sind in Kolumbien organisierte Arbeiter und Gewerkschaftler Zielscheibe dieser Angriffe.. Auch in Sri Lanka hat der Staat mit den Angriffen in 2009 gegen die nationale Bewegung des tamilischen Volkes, die das Ausmaß eines Genozids erreicht haben, tausende Menschen unter Haft verschwinden lassen. Es ist bekannt, dass durch die imperialistischen Besatzer im Irak und Afghanistan tausende Menschen unter Haft verschwunden sind. Es ist auch bekannt, dass die USA viele Menschen in Europa mit ihren CIA Flugzeugen entführt und diese, ähnlich wie Irak und Afghanistan, in geheimen Gefängnissen festhält.
Trotz der vielen Aussagen und Informationen über die Verschwundenen in der Türkei und Kurdistan werden weiterhin die Massengräber nicht ausgegraben und die Verantwortlichen nicht verurteilt. Ganz im Gegenteil zeigt uns das Beispiel von Mehmet Ali Örkmez, Mitglied der Gewerkschaft Egitim-Sen (Gewerkschaft der Erziehung und Wissenschaft), dass weiterhin die Politik des Verschwindenlassens unter Haft praktiziert wird.
Das Verschwindenlassen unter Haft wurde in Europa nicht nur in Zeiten des Hitlerfaschismus betrieben. Auch Spanien und Frankreich haben in 1965 in Paris den Marokkaner Mehdi Ben Barka und in den 80’ern Jahre 28 Basken unter Haft verschwinden lassen und hierfür immer noch keine Rechenschaft abgegeben. Zuletzt wurde der baskische ETA-Aktivist Jon Anza unter Haft verschwunden gelassen. Der im April 2009 entführte Jon Anza wurde am 11 März 2010 in Toulouse in einem Leichenhaus eines Krankenhauses gefunden.
ICAD organisiert vom 9. bis 12. Dezember 2010 die 6. internationalen Konferenz gegen das Verschwindenlassen unter Haft in London. Die Angehörigen der Verschwundenen, einzelne Personen und Organisationen aus den verschiedensten Ländern der Welt, die gegen das Verschwindenlassen unter Haft und gegen Menschenrechtsverletzungen kämpfen, werden sich unter dem Titel “Krieg, nationale Bewegungen und Verschwundene unter Haft“ bei unserer Konferenz zusammenkommen, um das Verschwindenlassen unter Haft zu verurteilen und um Kampferfahrungen auszutauschen.
Alle demokratischen und freiheitlichen Kräfte, Menschenrechtsverteidiger, fortschrittliche Menschen, Schriftsteller und Künstler, die den Kampf gegen Unterdrückung, Ausbeutung, Verschwindenlassen unter Haft und Menschenrechtsverletzungen unterstützen und sich dafür einsetzen, dass das Schicksal der Verschwundenen aufgeklärt wird und die Verantwortlichen zu Rechenschaft gezogen werden, sind herzlich zur
6. Konferenz eingeladen. ICAD ist entschlossen, den Kampf zur Aufklärung der Verschwundenen und Rechenschaftsablegung der Verantwortlichen zu stärken.
ICAD - Internationales Büro
http://www.icad-int.org/