Demo in Hannover wegen Tod in Abschiebehaft
Demo: 11. März/16.30 Uhr/Steintor
Am Sonntag, den 07.März 2010 wurde der 17-jährige David W. nach Angaben der Justizbehörden tot im Gefängniskrankenhaus Hamburg aufgefunden. Er hat sich mit Hilfe
eines in Fetzen gerissenes Bettlaken erhängt.
Bevor der aus Georgien stammende Flüchtling einen Asylantrag stellen konnte, wurde er von den Behörden ohne gültige Papiere aufgegriffen nachdem er zuvor erfolglos versuchte Asyl in der Schweiz und in Polen zu beantragen.
Das deutsche Gesetz schreibt in diesen Fällen eigentlich eine Inobhutmaßnahme, also die Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung, vor. Doch die Ausländerbehörden halten sich nicht an dieses Gesetz, sondern bringen, wie auch in diesem Fall, die Betroffenen lieber zum Haftrichter.
Weil David M. die Nahrungsaufnahme verweigerte, wurde er am 25. Februar in das Zentralkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt verlegt. Dort soll er einen Tag vor seinem Tod das erste mal wieder etwas gegessen haben.
Dieser Vorfall stellt traurigerweise keinen Einzelfall dar. Europaweit gab es in den vergangenen Jahren etliche Suizide in Abschiebeknästen. Auch in Hannover-Langenhagen. So erhängte sich am 8. Dezember 2000 der tamilische Flüchtling Arumugasamy Subramaniam im jungen Alter von 26 Jahren an seinen Schnürsenkeln.
Nach den Aussagen seiner FreundInnen und Verwandten hatte er große Angst vor einer Rückkehr nach Sri Lanka, wo er befürchtete, sofort inhaftiert zu werden.
Arumugasamy Subramaniam



