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Podiumsveranstaltung zu dem Mord an Hrant Dink und an drei Christen in Malatya

Tuesday, January 15, 2008 - 17:00 to 19:55
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Wie Ihnen durch die Medienberichterstattung bekannt ist, bestehen in der Türkei immer noch massive Probleme mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Hunderte Journalisten, Schriftsteller und Intellektuelle wurden nach Gesetzen, die der Meinungsfreiheit entgegenstehen, vor Gericht gestellt und verurteilt. Noch immer werden derartige Verfahren eröffnet.
 
 Von diesen Zuständen in der Türkei profitieren das Militär und faschistische Gruppen. Sie nutzen diese Gesetze und Verbote zur Erpressung, als Druckmittel und als Rechtfertigung für Gewalt. Gerichtsverfahren gegen Journalisten und Schriftsteller werden zum Aufmarschort für faschistische Demonstrationen, die das Gericht beeinflussen sollen. Bedauerlicherweise ignorieren türkische Gerichte europäische Konventionen und interpretieren die bestehenden Gesetze in ihren Urteilen auf extrem reaktionäre Weise

 Ein besonderer Vorfall in diesem Zusammenhang ist zweifellos die Ermordung des armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar 2007. Hrant Dink wurde nach Paragraph 301 des Türkischen Strafgesetzbuchs verurteilt und während des Berufungsverfahrens eine Hetzkampagne gegen ihn durchgeführt. Schließlich wurde er vor dem Gebäude seiner Zeitung ermordet. Obwohl die mutmaßlichen Täter ermittelt und gefasst sind, wurden die Hintermänner und die Hintergründe der Tat noch nicht aufgedeckt. Bestimmte Kreise versuchen auf alle erdenkliche Weise eine Aufklärung zu verhindern. Daher liegt der Fall immer noch weitgehend im Dunkeln.

Im April 2007 wurden drei protestantische Christen, ein deutscher und zwei türkische Mitarbeiter des christlichen Cirve-Verlags in Malatya, überfallen, gefoltert und ermordet. Die Strafverfahren gegen die mutmaßlichen Täter verlaufen in beiden Fällen mehr als merkwürdig. Fast mehr als die Täter sitzen die Opfer auf der Anklagebank: als „Provokateure“ ihrer eigenen Ermordung! Im Hintergrund steht der berüchtigte Strafrechtsparagraph 301, der nach wie vor die „Beleidigung des Türkentums“ unter Strafe stellt und unter dem Intellektuelle wie Hrant Dink oder Nobelpreisträger Orhan Pamuk langjährig zu leiden hatten und haben.

Einer, der wie kaum ein anderer Auskunft über die Prozesse und ihre politischen Hintergründe geben kann, ist der türkische Menschenrechtsanwalt Erdal Dogan, langjähriger Anwalt der Familie Dink und auch in den Prozess von Malatya von christlicher Seite eingebunden. Er kommt vom 15. bis 19. Januar nach Deutschland, um in Bremen, Hamburg, Berlin und Frankfurt zu Gesprächen zur Verfügung zu stehen.

Noch am Vortag, dem 14. Januar, ist er bei einem sehr wichtigen Verhandlungstag im Prozess von Malatya im Gerichtssaal dabei. Er wird direkt aus der Verhandlung, in der er als Nebenkläger auftritt, nach Bremen kommen

Die Veranstaltung wird von MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internationales Recht) in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Organisationen durchgeführt.

Datum: Dienstag, 15. Januar 2008, 16 Uhr
Forum Kirche,  Hollerallee 75, Bremen

Podiumsdiskussion mit:
 
Rechtsanwalt Erdal Dogan (Rechtsanwalt, Istanbul)
Mahmut Sakar (Rechtsanwalt, MAF-DAD, Köln)
Dr. Rolf Gössner (Rechtsanwalt, Internationale Liga für Menschenrechte, Bremen)
Toros Sarian  (Armenische Gemeinde)
 Moderation: Hans-Gerhard Klatt (Evangelisches Bildungswerk Bremen)
 
Veranstalter:
Evangelisches Bildungswerk Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internationales Recht), Forum Kirche, Flüchtlingsrat Bremen, Alevitische Gemeinde in Bremen und Umgebung e.V (CEM EVI), Birati e.V., Internationale für Menschenrechte*, YEK-KOM (Förderation Kurdischer Vereine in Deutschland), Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten, Lavo** , Internationaler Menschenrechtsverein Bremen, Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen ,YXK (Verband der kurdischen Studierenden in Deutschland), Internationaler Frauenverein, isl (internationale sozialistische linke), Die Linke, Kurdische Studenten an der Uni-Bremen, BAL
 

Location:
Forum Kirche,  Hollerallee 75, Bremen
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