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Karawane Tourstop in Jena mit Aktionen in Nürnberg und Freienbessingen

By azadi, 15 May, 2007
description:

Demo und Aktion gegen die Politik des Bundesamtes für Flucht und Migration (BFMI)in Nürnberg auf dem Weg nach Jena.

Aufruf deutsch, Call in English

Faxkampagne zur Schließung des Lagers in Freienbessingen

Montag, 21.05. 2007

18.00Uhr: Empfang der Karawane im Schillergässchen 5 in Jena

20.00 Uhr: Konferenz: "Kein Kompromiss mit Abschiebungen! Rassismus tötet!"

Podiumsdiskussion mit AktivistInnen der Karawane über Massenabschiebungen und die

Bleiberechtspropaganda der deutschen Innenministerkonferenz (IMK)

Ort: CALEIDOSPHERES Jena - Westbahnhof Gleis2/Ladestrasse 3

21.00Uhr: Kulturnacht – Musik von Live-Bands und DJs

Ort: CALEIDOSPHERES Jena - Westbahnhof Gleis2/Ladestrasse 3

Dienstag, 22. 05. 2007

9:00Uhr - 11.00Uhr: Fortsetzung der Diskussion im Schillergässchen 5, Jena

12.00Uhr: Kundgebung am Holzmarkt in Jena

15.00Uhr: Abfahrt von Jena nach Freienbessingen – Sonderhausen

16.00Uhr: Freienbessingen – Kundgebung mit Speaker’s Corner und Live-Konzert

“Wir sind hier, weil ihr unsere

Länder zerstört! Solidarität

gegen Abschiebungen!

Für eine Welt ohne

Ausbeutung,

Unterdrückung und Kriege!“

Die Karawane Kommt!

Aufruf für die KARAWANE-TOUR vom

19.Mai bis zum 4. Juni 2007

KARAWANE-TOUR – In Solidarität gegen Abschiebung

21- 22. 05 in Jena und Freienbessingen Flüchtlingslager – Thueringen

Neun Jahre nach der ersten Karawane für die Rechte der

Flüchtlinge rufen wir nun zum dritten Mal auf, zusammen und

in Solidarität gegen das deutsche System der Ausgrenzung,

Unterdrückung und Abschiebung aufzustehen. Die

Karawane-Tour 2007 findet unmittelbar vor dem G8-Gipfel in

Heiligendamm statt.

Als die meisten von uns – MigrantInnen und Flüchtlinge

– unsere zerstörten Heimatländer verlassen haben, taten wir

dies nicht als freie Menschen. Wir waren gezwungen zu fliehen.

Gezwungen durch die unmenschlichen Lebensbedingungen,

denen wir dort unterworfen wurden.

Diese Bedingungen manifestieren sich in unterschiedlicher

Weise: In Hunger, Krieg, Armut, Diktaturen und in vielen

anderen Formen. Sie alle wurzeln in einem System der

Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Diese

Entmenschlichung kennzeichnet die Weltordnung, die der

Imperialismus der G8, ihrer mächtigen Kapitalfraktionen und

Regierungen, uns aufzwingt.

Abschiebung dient den Interessen des Kapitals und

des Imperialismus. Abschiebung ist eine Missachtung

der Menschenrechte. Sie ist ein sadistisches

Unterdrückungsverhältnis zwischen Mächtigen und Verfolgten.

Sie ist die Ursache der Maschinerie des Lagersystems, mit all

ihrer seelischen Misshandlung, des sexuellen Missbrauchs, der

Ausbeutung, der Trennung von Familien und vielen anderen

Formen der Entrechtung.

Stopp der Kriminalisierung von Flüchtlingen und

MigrantInnen

Schluss mit den Polizeikontrollen, der Polizeibrutalität und

der Straflosigkeit

Wir werden kriminalisiert, wenn wir unsere Grundrechte

einfordern. Wir werden kriminalisiert, wenn wir die Verbrecher

benennen. Die Sondergesetze sind die Grundlage, die

der Polizei ihre Kontrollen und ihre Brutalität erlauben.

Polizeikontrollen all jener, die nicht typisch „deutsch“ aussehen,

versetzen die Flüchtlinge in den Bereich des Kriminellen. Sie

dienen der Verstärkung des Rassismus in der Gesellschaft.

Sie erlauben der Polizei Gewaltanwendung, und sie verletzen

die Menschenwürde. Die Verantwortlichen bleiben frei von

Anklagen und Strafen. Wir fordern unsere Grundrechte und ein

Ende der Straflosigkeit von Polizeiverbrechen.

Schließung aller Lager, Flüchtlingslager, Ausreisezentren,

Abschiebegefängnisse

In Deutschland gibt es verschiedene Typen von Lagern, um

die Menschen unter Kontrolle zu halten und ihren Willen

zu brechen. Das Lagersystem ist ein komplexes System

der rassistischen Absonderung und der gesellschaftlichen

Ausgrenzung, das darauf abzielt, die Flüchtlinge zum Verlassen

des Landes zu zwingen. Es besteht, um uns klar zu machen,

dass wir nicht willkommen sind. Alle Heime, Aufnahmezentren,

Abschiebegefängnisse, Ausreisezentren bestehen, um uns

von der Gesellschaft zu separieren. Es soll Beziehungen

von Mensch zu Mensch verhindern. Das Lagersystem ist

ein altes System, das in den Kolonien, im deutschen NAZITerror,

im japanischen Faschismus und anderen Ländern, wo

faschistische Ideologien zur Praxis kamen, benutzt wurde.

Gegenwärtig dehnen die Europäische Union und Deutschland

als eine ihrer Kernmächte das Lagersystem auf außerhalb

der Europäischen Union aus, wie nach Nordafrika oder

Osteuropa, wie die Ukraine. Die Expansion zielt darauf ab,

jene, die vor dem Elend fliehen, von Europa fern zu halten. Der

Reichtum, der von anderen Kontinenten gestohlen und nach

Europa gebracht wurde, wird zwischen den Herrschenden

Europas aufgeteilt. Ein kleiner Teil davon wird den Massen hier

gegeben, um sie ruhig zu halten. In Erwägung dessen haben

wir beschlossen, gegen das Lagersystem und jede Form der

Apartheid zu kämpfen.

Freiheit zu wählen, wo wir bleiben und leben wollen

Deportation ist heute ein Bestandteil des Prozesses

internationaler Migrationkontrolle. Während es keine

Begrenzungen gibt für den Fluss des Kapitals, werden

Hindernisse errichtet, um Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit

einzuschränken und sie in festgelegte Gebiete zu sperren.

Wir fordern unser Recht, uns global frei zu bewegen und das

Recht, dort zu bleiben, wo immer wir beschließen zu leben. Der

Kampf für den Zugang zu allen weltweiten Errungenschaften

der Menschheit: Wissen, Technologie, Naturressourcen, ist der

einzige Weg um weltweite Demokratie zu erlangen.

Keine Deportationen

Deportationen sind eine der Methoden des Imperialismus

und Kapitalismus, um Grenzen, Klassen, Geschlechterdisk

riminierung, Rassen und Kasten aufrecht zu erhalten. Seit

seinen frühesten Anfängen war der Kapitalismus immer ein

internationales System. Und er war immer ein hierarchisches

System mit vielen Abstufungen der Über- und Unterordnung.

Auf jeder Ebene und in allen Abstufungen bringt er Ausbeuter

zum Kampf gegen Ausgebeutete und rivalisierende Ausbeuter

zum Kampf gegeneinander. Ganz unten in diesem System sind

jene, denen alles geraubt wurde, und das sind im heutigen

Westeuropa diejenigen, die ihrer Grundrechte beraubt wurden

und die, die deportiert werden. Die Praxis der Deportationen ist

ein Ausdruck für die Rückständigkeit und Degeneriertheit der

Gesellschaft. Der Kampf gegen die Deportationen ist ein Kampf

für gesellschaftlichen Fortschritt auf allen Ebenen.

Solidarität und Einheit sind unser Ziel

Deportationen wurden immer benutzt, um Menschen

verschiedener ethnischer Gruppen, Religionen, Hautfarben,

Sprachen und Geschlechter zu spalten. Die heutigen

Deportationen aus Deutschland zielen auf Menschen

anderer Herkunft und Gruppierungen. Dadurch wird die

Solidarität zwischen Flüchtlingen und MigrantInnen sowie

Deutschen und Flüchtlingen unterminiert. In Erwägung

dessen haben wir beschlossen, uns selber zu organisieren

und die Barrieren zu überwinden. Solidarität und Einheit

zwischen uns sind der einzige Weg, den Angriffen des Staates

und der Deportationsmaschinerie zu widerstehen. Wir, die

Unterdrückten und Ausgebeuteten, beschließen, uns zu

solidarisieren und zu vereinen, um gegen jede Herrschaft zu

kämpfen, die der Menschheit aufgezwungen wird.

Stopp aller Deportationen - ist unsere erste und

übergeordnete Forderung, die mit allen folgenden Punkten

in Verbindung steht.

Abschaffung des „Status“ der Illegalität

Unbegrenztes freies Bleiberecht und Zugang zu Bildung

und Arbeit

Freiheit zu wählen, wo wir bleiben und leben wollen

Stopp der erzwungenen Migration und dem Geschäft mit

unserem Leben

Kampf gegen die Plünderung durch den Staat und seine

Bürokratie

Stopp der Kriminalisierung von Flüchtlingen und

MigrantInnen

Schluss mit den Polizeikontrollen, der Polizeibrutalität

und der Straflosigkeit

Schließung aller Lager, Flüchtlingslager, Ausreisezentren,

Abschiebegefängnisse

Abschaffung aller Sondergesetze

Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetze,

des Gutscheinsystems und der eingeschränkten

Gesundheits- und Sozialversorgung

Stopp dem Staatsterror

Abschaffung der Anti-Terror- und Sicherheitsgesetze

Stopp sexualisierter Gewalt und Ausbeutung

Stopp der Zerstörung unserer Familien

Keine erzwungene Integration

Gegen die „weißen“ Geschichtslügen

Stopp der ökonomischen Intervention / Aggression

Schluss mit Krieg und Besatzung

Stopp dem Waffenhandel und der Militärhilfe

Keine Deportationen

In Solidarität und Einigkeit für alle genannten Forderungen zu

kämpfen,

für die Menschenwürde, für unsere Grundrechte und alle

Rechte, derer wir beraubt wurden.

Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen,

die migrantischen Selbstorganisationen The VOICE Refugee

Forum, die sozialistische Partei Irans SPI, die Föderation der

ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei in Deutschland AGIF und

andere haben gezeigt, dass Menschen aus verschiedenen

Kontinenten und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen

gemeinsam und in Einigkeit kämpfen können.

Von Manila nach Diyarbakir, von Lomé nach Teheran, von

Palästina nach Bremen oder von Colombo nach Berlin: wir

haben es in der Vergangenheit immer wieder geschafft,

unsere Kämpfe zu vereinigen. Nur mit einer internationalen

gemeinsamen Bewegung werden sich unsere Forderungen

nach Bewegungsfreiheit, nach Bleiberecht und, vor allem, nach

Menschenwürde erfüllen.

Mit dieser Tour wollen wir uns die Freiheit nehmen, die wir

wollen und dabei die inneren Grenzen, die uns die deutsche

Regierung mit ihrer so genannten "Residenzpflicht" (siehe The

VOICE Refugee Forum) aufzwängt, überwinden.

Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

lädt alle ein, an der Karawane-Tour 2007 teilzunehmen. Wir

werden vom 19. mai bis zum 4. Juni zwei Wochen durch

Deutschland reisen. Die Tour wird in Neuburg bei München

beginnen und in Rostock in der nähe des G8-Gipfelortes

Heiligendamm enden. Auf diese Weise wollen wir den

Zusammenhang zwischen der Zerstörung der Herkunftsländer

der Flüchtlinge und der Politik der G8-Staaten sichtbar

machen. Bei allen unseren Aktionen werden wir daher Bezüge

zu den Herkunftsländern herstellen. Außerdem wollen wir

die Öffentlichkeit auf die menschenfeindliche Lager- und

Abschiebepolitik Deutschlands und der Europäischen Union

aufmerksam machen. Die Tour wird gemeinsam von Flüchtlingsund

MigrantInnenselbstorganisationen mit dem No-Lager-

Netzwerk und anderen antirassistischen Gruppen organisiert.

In Solidarität gegen Abschiebung – für einen Abschiebestopp!

Location:
Schillergässchen 5, 07745 Jena

Der Kampf von Flüchtlingen braucht Geld!

Die Karawane ist maßgeblich auf Spenden angewiesen. Unsere Organisation besteht überwiegend aus Flüchtlingen, die (wenn überhaupt) nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügen. Aus diesem Grunde haben wir 2008 den „Förderverein Karawane e. V.” gegründet. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann deswegen auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen, so dass sie steuerlich absetzbar sind. Wenn bei der Überweisung die Adresse mit angegeben wird, verschicken wir die Spendenbescheinigung automatisch spätestens am Anfang des Folgejahres.

Kontakt: foerderverein(at)thecaravan.org

Unsere Bankverbindung lautet:

Förderverein Karawane e.V.

Kontonummer
: 40 30 780 800

GLS Gemeinschaftsbank eG

BLZ: 430 609 67

IBAN: DE28430609674030780800
BIC: GENODEM1GLS

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10-Jähriges Jubiläum der Karawane

Sammlung aller texte zum 10 jährigen Jubiläum der Karawane all texts of the 10-years anniversairy of the CARAVAN for the rights of refugees and migrants